Sonntag, Dezember 06, 2009

Ruprecht S.

Dieses Wochenende wurde einem von der Volksstimme mit zwei wirklich gelungenen Beiträgen versüßt. Da wäre zunächst selbstverständlich die intensive Berichterstattung über das geplante "Schrott-Wichteln" der CDU-Landtagsfraktion zu nennen. Die merkwürdige Mischung aus Bürokratie und Lustigkeit des in der Volksstimme gewürdigten Einladungsschreiben zur CDU-Fraktions-Weihnachtsfeier ist an sich schon ein literarisches Kleinode. Das von der Volksstimme im Bericht eingesetzte (fiktive?) sprachliche Bild einer Nikolaus-Travestie-Show mit Wigbert Schwenke als "Ruprecht" ... ja ... CDU-Weihnachtsfeiern werden gemeinhin unterschätzt.

Ein weiterer Höhepunkt: der Leserbrief von Manfred Finzelbergs aus Biederitz. Der Leser wendet sich ein, zwei Mal im Jahr an die breitere Öffentlichkeit zu eigentlich völlig unterschiedlichen Themen. Die letzten Leserbriefe waren dem Umweltschutz und dem Denkmalschutz gewidmet. Diesmal ist dem aktuellen Zeitgeist gehorchend der Tunnel Thema. Dies wäre nun keine hervorgehobene Würdigung wert, wenn die Lösung für die doch recht unterschiedlichen Problematiken nicht immer gleichlautend wären. Denkmalschutz, Umweltschutz, Tunnelverhütung, vermutlich aber auch ärgerliche Konsequenzen der Plattentektonik und Musik von Modern Talking könnten positiv beeinflusst werden, wenn endlich von Biederitz aus diagonal übers flache Land, durch die Kreuzhorst, über die Elbe und durch im Wege stehende Stadtteile für so ziemlich alles Geld der nördlichen Hemisphäre eine Straße zur A 14 oder nach Schönebeck gebaut würde. Mutmaßlich wohnt dort jemand den der Leser kennt. Vorteil des geforderten Straßenneubaus wären, dass die Biederitzer nicht mehr die vorhandene ostelbische Bundesstraße nach Schönebeck oder gar die A 2 zum Erreichen der A 14 nutzen müssten. Außerdem wäre das Geld endlich alle, womit sich viele finanzielle Sorgen dann ja auch irgendwie erübrigen.

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Dienstag, September 15, 2009

Jede Zeit hat ihre Opfer

Seit Tagen überschlagen sich die Leserbriefseiten. Die Leserbriefschreiber der Magdeburger Volksstimme haben sich zum neuen Anbau an der historischen Lukasklause eine recht einheitliche Meinung erarbeitet, die auch von einer gewissen Emotionalität getragen wird. Hass - umschreibt das scheinbar vorherrschende Gefühl verhältnismäßig präzisse. Das Architektur solche Emotionen auslösen kann - wer hätte das gedacht?

Während die Volksseele kocht, da eine gemeinhin als kuschelig empfundene Ecke der Stadt mit einem in's Obszöne drehendem Stück aufgemotztem Atlantikwall optisch unbrauchbar gemacht wurde, schreitet die örtliche Prominenz zum Richtfest. Selbstverständlich ist man entzückt. Kein Wunder - alle Parteien haben das Ding mit auf den Weg gebracht. Nun ist es da, jetzt muss man es auch geil finden. Wigbert Schwenke (CDU), Chef der Ratsfraktion die moderne Kunst im öffentlichen Raum sonst mit fast religiösem Eifer verfolgt, meint "Architektur ist immer streitbar". (Da sollte man mal auf die Uniplatzgestaltung zurück kommen.) Beate Wübbenhorst (SPD) scheint nicht restlos begeistert, sondern findet "die Lösung sehr interessant". (Selbiges träfe übrigens auch auf einen Schlammvulkan zu, ohne dass dessen Einsatz in der Innenstadt sinnvollerweise erwogen werden sollte.) Sie flüchtet dann in den kryptischen Satz: "Jede Zeit hat ihre Opfer, und ich finde modern neben alt gar nicht so verkehrt." Der Turm als Opfer. Ja, so kann man das sehen. Karl-Heinz Daehre (CDU, Landesbauminister, schrecklicherweise mit einer Vorliebe für die Magdeburger Innenstadt) meint, man solle die Diskussion als Chance betrachten. Ähm. Tja... Für was? (Beim Dreschen von Phrasen bitte hin und wieder auf ein Minimum an Sinn achten.) Bei keinem anderen Thema zeigt sich der örtliche Politikbetrieb so abgehoben, arrogant und weit weg von der Meinung der Bevölkerung. Das man sich auch noch selbst recht kritiklos feiert, ist dann der peinliche Höhepunkt.

Fast leid tun kann einem da der Architekt Jens Suhren: "Wir wollten nicht provozieren." Wenn das das Ziel war - dann hat man es nicht erreicht.

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Donnerstag, Juli 09, 2009

Rätin von Dampfwalze erfasst

Das die CDU immer sozialdemokratischer wird, ist ein häufig (vor allem von den Sozialdemokraten) beklagtes Phänomen. In Magdeburg hörte nach der SPD-Fraktion auch die CDU-Fraktion auf zu existieren. Da heißt es nun CDU/BfM. Die Volksstimme müht sich redlich mit den neuen Namen. Da man scheinbar bemüht ist, sowohl die Fraktion als auch die abweichende Parteizugehörigkeit angemessen zu erwähnen, ergibt sich lustiger Erklärungsbedarf. Da wird zum Beispiel Oliver Wendenkampf korrekt der Ratsfraktion SPD-future!-Tierschutz zugeordnet, hinter seinem Namen dann zunächst future! und in Klammern auch noch parteilos erwähnt - nicht zutreffendes bitte streichen.

Der Stadtrat wurde jetzt auch vom Ernst des Lebens (oder was man gemeinhin in der Kommunalpolitik so dafür hält) erfasst. Der Ernst des Lebens nahm zunächst die Gestalt von "Alterspräsident" Lothar Tietge (SPD-f-T) an, der markerschütternde Begrüßungsworte fand. Teile der SPD-f-T-Fraktion wären da sehr gerne in der Ratsdielung versunken - rein physikalische Gesetzmäßigkeiten verhinderten jedoch diesen nachvollziehbaren Reflex.

Sehr gelungen hingegen die durch einen SPD-f-T-Ratsfraktionsmitarbeiter veranlasste plötzliche Ratsfinsternis während der Rede des Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD-f-T ähm... nee nur SPD). Möglicherweise ja ein aussagekräftiges Omen bezüglich der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen der Fraktion und dem Oberbürgermeister.

Nach dem Reinhard Stern (CDU/BfM) den Fraktionsvorsitz (die Wahl war nicht so super gelaufen) an Wigbert Schwenke (CDU/BfM) abgeben musste, war allgemein die Angst umgegangen, dass die zwar verheerende aber doch sehr unterhaltsame CDU-Personalpolitik einen jähen Kurswechsel vollziehen würde. Nach den jüngsten Entwicklungen um den Ratsvorstand kann man da Entwarnung geben. Zunächst schickte CDU/BfM als zweitstärkste Fraktion sich an, trotz der Nummer 2 weiterhin den Ratsvorsitzenden stellen zu wollen. Rein personaltechnisch dürfte Jens Ansorge (CDU/BfM) auch tatsächlich der deutlich geeignetste Kandidat gewesen sein. Andererseits genügt Eignung allein nicht. Ist ja klar. Man müsste mit den anderen auch mal darüber reden oder aber freiwillig einen Gang zurück schalten. Das Verhältnis zwischen SPD-f-T und CDU/BfM ist auf personalpolitischem Parkett bekanntlich etwas angespannt. Im Ergebnis steckte die CDU eine Niederlage ein - Beate Wübbenhorst (SPD-f-T) wird nun den Stadtrat leiten. Da SPDfT dafür die Unterstützung der Linkspartei brauchte und somit im Gegenzug deren Kandidat Frank Theile unterstütze, wurde es auch bei der Position des ersten Stellvertreters nichts. Ansorge hatte dann - nachvollziehbarer Weise - keinen Bock mehr. CDUBfM als zweitstärkste Fraktion stand damit vor dem sehr ansehnlichen Problem für die verbliebene dritte Position im Stadtratsvorstand keinen Kandidaten zu haben. Wigbert Schwenke trieb die viel geforderte Transparenz kommunalpolitischer Entscheidungen in einsame, nie für möglich gehaltene Höhen! Vor den Augen der Weltöffentlichkeit (die Volksstimme konnte die wohl durchdachten Entscheidungsprozesse in der CDU im Wortprotokoll veröffentlichen: "Claudia, das machst Du!") knebelte er Claudia Szydzick und zerrte die sich heftigst wehrende Stadträtin (sie sprach dann von einer "Dampfwalze" die sie überrollt hätte - ein irgendwie naheliegender Vergleich) in die Kandidatur. Es gibt Leute die gesehen haben wollen, dass Schwenke um ein Haar versehentlich Lothar Tietge (TSPDf) zwecks Nominierung über den Stadtratsvorstandstisch geworfen hätte. Das wären unvergessliche Ratssitzungen geworden.

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Sonntag, März 09, 2008

Lutz Trümper Superstar

Das Volk hat gesprochen. Das Wahlergebnis der Magdeburger Oberbürgermeisterwahl liegt vor. 35,1 % der Magdeburger Wahlberechtigten wollten mal was zum Thema sagen. Die Wahlbeteiligung lag damit 1,8 % unter dem Ergebnis von vor 7 Jahren. OB-Wahlen haben also an Unattraktivität nicht entscheidend hinzu gewonnen.

Unumschränkter Sieger und unangefochtener Beherrscher ist: Lutz Trümper mit schlappen 64,0 % (+ 31,0 %). Kein Druckfehler! Der Hinzugewinn (verglichen mit dem ersten Wahlgang von 2001) beträgt 31,0 %. Bei sinkender Wahlbeteiligung konnte er mehr als 20.000 Wähler mehr überzeugen (jetzt 44.238). Er liegt damit noch um 10.000 Wähler über seinem letzten Stichwahlergebnis.

Platz 2 geht an Frank Theile (Linke). 12,2% (-11,2 % zum PDS-Ergebnis 2002, größter Verlust einer Partei) folgten dem Ruf der Parteizentrale. Scheinbar dünnt die Gefolgschaft altersmäßig doch schon etwas aus. Der in der Presse als eigentlicher Kontrahent gehandelte Wigbert Schwenke (CDU) blieb, für einen CDU-Kandidaten sehr unerfreulich, im einstelligen Bereich. 9,7 % (- 7,6 %) - da kann die CDU mal Sichtkontakt zur 5 %-Hürde aufnehmen. Der 4. Platz geht an Lydia Hüskens (FDP) mit 6,2 % (- 10,6 %), womit die FDP wieder in Richtung Normalmass unterwegs ist. Die Grünen, 2001 noch Siebenter, schieben sich mit Olaf Meister und 3,5 % (+ 2,1 %) auf den 5. Platz vor. Die weiteren Plätze gehen an Oliver Schilling (future) mit 2,6 %, André Höppner 1,3 % und Werner Gaede 0,5 %. Letztesmal hatten unabhängige Kandidaten noch insgesamt 8,1 % erreicht (diesmal addiert 4,4 %).

Tja. Lutz Trümper Superstar. Nicht einmal in Ottersleben liegt Trümper unter 50 %. Wenn er jetzt noch übers Wasser geht - vielleicht wird es eine neue Religion?

Die restlichen Zahlenspiele sind Statistik. SPD und Grüne verdoppeln jeweils ihre Stimmen(anteile) - allerdings von "etwas" unterschiedlichen Ausgangspositionen. Das sogenannte bürgerliche Lager hat deutlich mehr Stimmen verloren, als übrig geblieben sind. Die Linke - ein Schatten ihrer selbst. Über die tatsächlichen politischen Kräfteverhältnisse sagt das Ergebnis nichts - ein Amtsinhaber hat lediglich seine Widersacher, gleich welcher politischen Couleur, deklassiert. Nicht mehr - nicht weniger.

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Wahltag

Der Wahlkampf um die Magdeburger OB-Wahl ist beendet und hinterlässt eine gewisse Ratlosigkeit. Irgendwie fehlte ihm ein Thema. Gut, die Kandidaten haben fein das Stadtwappen gezeichnet und lustige Fragen beantwortet. Wer steht denn nun aber für was?

Das Wahlvolk scheint Fragen zum Thema Soziales und Wirtschaft zu favorisieren. Dazu haben auch alle Kandidaten was gesagt - bedauerlicherweise im Wesentlichen das Gleiche. Auch wenn z.B. die FDP ("Magdeburg kann mehr" und neuerdings mit dem Knaller "Mittelstand stärken") gerade auf das Wirtschaftsthema abzielt, bleibt für den geneigten Wähler offen, was da genau anders gemacht würde. Im Ergebnis erschöpft es sich in einer Absichtserklärung, dass man bzw in diesem Fall frau mehr machen würde. Bei Sozialem sind alle Kandidaten unglaublich - sozial! Wie auch alle Kandidierenden Jugendliche und Senioren total knorke finden. Die Frage wäre, welchem Kandidaten man das dargelegte Engagement wirklich auch für den Fall abkauft, dass sich Zielkonflikte mit anderen Themen ergeben. Auch Finanzen (sparen ja, aber nicht beim Fragesteller) und Kultur (besser und mehr) sind nicht wirklich umkämpft. Der Fachkundige kann zwar aus bisherigen Handlungen und Aktivitäten der jeweiligen Personen/Fraktionen mal hochrechnen, wie ernst das jeweils zu nehmen ist - der Wahlkampfbetrachter muss aber schon etwas raten.

Unterschiede ergeben sich dann bei einigen eher spezielleren aber eben tatsächlich kommunal stärker beeinflussbaren Themen. Wenn jemand das Wort "Tierheim" sagt, bilden sich umgehend die zu diesem Thema bestehenden Lager. Pro Neubau: Lydia Hüskens (FDP) und Olaf Meister (Grüne) (beide genüsslich petzend darauf verweisend, dass Wigbert Schwenke (CDU) den Neubau in Ottersleben aus lokalen Interessen verhindert hatte) Contra Neubau: Lutz Trümper (SPD) und Wigbert Schwenke. Bizarre Ansicht (Zusammenlegung mit dem Zoo): Oliver Schilling (future). Beim Thema Wobau-Verkauf ist die Frontlage übersichtlicher: Pro-Verkauf: Hüskens, Contra-Verkauf: alle anderen. Geradezu emotional wird es beim Thema Tunnel an den Bahnhofsbrücken: Contra: Olaf Meister ("Für eine Stadtplanung ohne Tunnelblick") und Oliver Schilling; Pro: alle anderen. Beim Alk-Verbot am Hassel und Videoüberwachungen ergeben sich im groben (mit einigen Nuancen) die Fronten "Hoch die Bürgerrechte": Hüskens, Meister und Schilling, sowie "Diese Jugend von heute": Trümper, Schwenke, Theile (Linke).

Dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass bei keinem Thema die Kombination Trümper vs. Schwenke aufgetaucht ist. "Nah bei den Menschen" (Schwenke) eignet sich eher schlecht für eine wirkliche inhaltliche Auseinandersetzung. (Gleiches gilt aber auch für: kompetent, erfolgreich, gut (Trümper)) Ein Hauch von Konflikt ergibt sich beim Flugplatz, für den Wigbert Schwenke sich Status quo wünscht (spielen die denn noch?), während Trümper und die anderen einen privaten Betrieb oder aber eine Rübenzucht in Erwägung ziehen.

Dann gab es noch einige kleinere Aufreger wie z.B. den Pflegeskandal. Es wurde beim Volksstimmeforum tatsächlich mal (heißt ja WahlKAMPF) der ein oder andere Angriff gegen den Amtsinhaber geflogen (vor allem Olaf Meister wagte es sich), ohne dass jedoch Kratzer an der Teflonbeschichtung des OB festzustellen waren.

Tja liebe Leser. Soweit ihr im Status der Wahlberechtigung schwelgt, wäre es nun an Euch eine Entscheidung zu treffen. Da radikale Kräfte nicht antreten, bedarf es hier ausnahmsweise nicht des üblichen Hinweises, doch bitte den Untergang der Welt durch demokratische Wahl zu vermeiden. Allerdings kann man sich bei den beiden unabhängigen Kandidaten nicht sicher sein, ob die Stadt deren siebenjährige Amtszeit tatsächlich überstehen würde - Nicht dass es wieder heißt, das habe keiner gewusst.

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Freitag, März 07, 2008

Wirtschaftsförderung

Was einen ja doch immer wieder fasziniert, ist die Gläubigkeit der Politik an die Anmut und Überzeugungskraft des eigenen Gesichts. Da lächelt einen nun jeden Tag auf der Titelseite der Volksstimme oben rechts Wigbert Schwenke an. Das kostet ein Schweine-Geld und setzt als grundsätzliche Idee voraus, dass sein schierer Anblick die Massen so in Verzücken versetzt, dass sie wie in Trance, mit einem glücklichen Lächeln zur Stimmabgabe schreiten. Ohne schon jetzt zu viel vom Ergebnis verraten zu wollen - diese phänomenale, ja schon fast aphrodisierende Wirkung ist dem Antlitz des CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten nicht gegeben. Auch ständige Wiederholung macht es nicht besser. Hier wäre eine Priese mehr Inhalt vielleicht doch eine noch bessere Möglichkeit gewesen, als diese enorme Betonung der eigenen Körperlichkeit.

Für den den Freund des gepflegten Wahlkampfes ist natürlich auch die Frage - Was zur Hölle kostet das eigentlich alles? - recht spannend. Der Generalanzeiger erwies sich als neugierig und stellte mal die Frage. Wenn man die Beantwortung der Frage als kleinen Test für Offenheit und Ehrlichkeit werten möchte (muss man natürlich nicht), gibt es bei Frank Theile (Linke) durchaus Grund zu Befürchtungen. Sein Wahlkampf kostet nämlich: "Soviel wie nötig." Ahja. Auch Lutz Trümper (SPD) neigt zur Verschleierungstaktik: "Keinen einzigen Cent öffentlicher Mittel." Angesichts staatlicher Parteienfinanzierung eine durchaus auch zu hinterfragende Meinung. (Für OB-Wahlkämpfe gibt es allerdings tatsächlich keine Wahlkampfkostenrückerstattung.) Kandidat Gaede hat scheinbar die Frage nicht verstanden und sieht sich mehr als 20 Stunden am Tag im Einsatz und kündigt eine Fortsetzung auch nach der Wahl an. Die niedlichste Antwort stammt von Andre Höppner (parteilos), der 50 € investiert, diese aber nutzbringend in einer neuen Hose anlegte. Für Oliver Schilling (future) investiert die Partei 1000 €. Der Platz auf dem Monopoly-Brett wäre future bekanntlich 10.000 € wert gewesen. An der Schwerpunktsetzung sollte vielleicht doch noch einmal gefeilt werden. Olaf Meister (Grüne, etwa 6.000 €) und Lydia Hüskens (FDP, "Die Kosten liegen unter deutlich 10000 €") gönnen den Wählern fast schon konkrete Werte, auch wenn der Wahlkampf in der Grammatik der FDP Spuren hinterlassen hat. Phänomenale 30.000 € gibt Wigbert Schwenke (CDU) an. Ehrfürchtig steht man vor dieser gigantomanischen Summe, die so mir nichts dir nichts verbran ... ähm ... in die Wirtschaftsförderung der lokalen Druck- und Anzeigenindustrie investiert wird. Alle Achtung. Da wird Wirtschaftsförderung aber wirklich mal ernst genommen!

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Samstag, März 01, 2008

Kopf-an-Kopf-Rennen

Atemlose Spannung. Ein wahrhaftes Kopf-an-Kopf-Rennen elektrisiert die Magdeburger Oberbürgermeisterwahl. CDU und Grüne praktisch gleichauf - im Kampf um Platz 4! Volksstimme-Foren haben bekanntlich so ihre eigenen Gesetze. Wenn die knuffige Tageszeitung mit Herz am Ende einer Großveranstaltung (immerhin 550 Besucher) fragt: "Wer hat Sie überzeugt?" entsteht ein spitzen Kaffeesatz in dem sich super lesen lässt. Nummer 1 wurde mit 41,9 % der Amtsinhaber Lutz Trümper (SPD). Das ist insofern bemerkenswert, als dass zu so einer Veranstaltung die jeweiligen Kandidaten natürlich auch ihre eigenen Leute mitbringen. Die sind selbst durch Hypnose nur schwer von einem anderen Kandidaten zu überzeugen, so dass eigentlich ein ausgeglicheneres Ergebnis entsteht als bei der realen Wahl. Trotzdem deklassiert Trümper, ohne dass er inhaltliche Zauberkunststückchen vollbracht oder die Jusos einen Formationstanz aufgeführt hätten, seine Konkurrenz dermassen deutlich, dass nicht zu erkennen ist, wer ihn auch nur in die Stichwahl zwingen sollte.

Offizieller Gegenkandidat ist sozusagen Wigbert Schwenke (CDU). Nun sollte man meinen, dass allein die Zahl der anwesenden CDU-Stadträte und eine kleine Delegation der Sonderverwaltungszone Ottersleben genügen würde, um ihn in Angriffsposition auf Platz 2 zu bringen. Nein! 7,9 %! Sieben Komma Neun Prozent! Platz 4! Vier! Dicht bedrängt von Olaf Meister (Grüne, 7,3 %)! Offensichtlich ist es Schwenke weder gelungen die durchaus vorhandenen ungebundenen Normalbürger auch nur annähernd für sich einzunehmen, noch seine eigenen Leute soweit zu motivieren, dass sie mal aus Ottersleben bis in die Innenstadt fahren.

Für Verblüffung sorgt das Ergebnis von Lydia Hüskens (23,8 %), Platz 2. So viele Mitglieder haben die Julis doch garnicht! Bonus als einzige Frau? Von Wigbert total gefrustete Konservative? Betrunkene Volksstimme-Praktikanten? Irgendwie kann man sich nicht vorstellen, dass bei der realen Wahl das Ergebnis ähnlich aussieht und Hüskens Trümper in die Stichwahl drängt. Andererseits hat sie den zweiten Platz ganz souverän und unbedrängt erobert. Den (von der Performance her nicht wirklich gerechtfertigten) dritten Platz belegte Frank Theile (Linke). Die diszipliniert angetretenen Thälmannwerker etc. genügten für 11,6 %.

Die Plätze 6 bis 8 machen dann mit etwas Abstand die anderen Kandidaten Schilling, Höppner und Gaede unter sich aus. Interessant hierbei der für die Vokabel "Entsetzen" in der Volksstimme-Überschrift verantwortliche Oliver Schilling (future). Nach dem neulich der Breite Weg dran glauben musste, wurde nun die Vereinigung von Zoo und Tierheim gefordert - der Zoodirektor Kai Perret lief mit vor Verzweiflung entstellten Gesichtszügen herum. Auch der Schwerpunkt in der Wirtschaftspolitik "Ich bin dagegen, die Stadt der Wirtschaft zu Füßen zu legen." traf vielleicht nicht ganz den Kern der Magdeburger Problemlage. Wenn eine Leserin Carolin Kürschner äußerte, sie freue sich mal den future-Kandidaten näher kennengelernt zu haben, scheint sich dies für future nicht zwingend positiv auszuwirken.

Der Wahlkampf geht unterdessen natürlich weiter. In der Rubrik "absurdester Vorwurf" kann nun die FDP punkten. Diese lies Stadtrat Kurt Schmidt von der Leine, der sich beherzt in die Wade der arg geschundenen CDU verbiss. Ohne näher erkennbare inhaltliche Motivation (ein CDU-Stadtrat hatte einen Spielplatz in Neustadt gefordert) fällt er die CDU an, sie solle den Aufbau in Südost nicht verhindern. Aus Kurt! Aus! Gib die Wade wieder her!

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Sonntag, Februar 24, 2008

Vom Schwenken und Theilen

Der Plakatwahlkampf zur Magdeburger Oberbürgermeisterwahl ist nun in seine finale Phase getreten. Jochen Behle trat überraschend aus dem Unterholz. Praktisch nach Öffnung der Wahllokale, also zumindest des Briefwahllokals, sah sich nun die Linke veranlasst, in den Kampf um die Hoheit an den Laternenmasten einzugreifen. Auch das Geheimnis der langen Dauer bis zum Eintritt in den Wahlkampf ist gelüftet! Die Plakate haben dermassen viel Text - da dauert schon das Schreiben ewig. Und erst das Korrekturlesen! Und das Setzen! Sinngemäß wirbt Jochen ähm... Frank Theile mit "Sozial engagiert, umsichtig und konsequent für Magdeburg" (Genaue Textkenntnis erfordert hier ein gründliches Studium des Kleingedruckten - das ist im Vorbeifahren nun wirklich nicht zu leisten!) Dafür hat die Linke als einzige Gruppierung auch zwei verschiedene Plakatversionen auf den Markt geworfen. Eine mit Bild des Kandidaten - eine ohne. Da der Text sonst gleich zu sein scheint, stellt sich etwas die Sinnfrage.

Fast zeitgleich ging auch future ans Netz und fordert "Frischen Wind ins Rathaus". Auf die Doppeldeutigkeit des Begriffes "Wind" - gerade im Hinblick auf den medizinischen Sprachgebrauch - sei hier mal in aller Sachlichkeit hingewiesen.

Die Aufmerksamkeit der politisch interessierten Zuschauer ist jedoch von einem anderen Phänomen gefangen: die Vorstellung der Kandidaten in der Volksstimme. Während FDP und Grüne sich wohl nicht beschweren können und future lediglich durch die Forderung nach Aufgabe des Breiten Wegs (zugunsten eine versifften, 500 m langen und 50 m breiten Grünanlage) Erstaunen hinterlässt, dürften die Kandidaten von CDU und Linke doch etwas missmutiger gelaunt sein. Wigbert Schwenke (CDU - bisher der beste Wappenmaler!) durfte über sich lesen, dass er keinen ganz genauen Überblick hat, welchen Vereinen er jeweils mit welcher Intention angehört. Inhaltlich blieb im wesentlichen die Forderung nach einem neuen Politikstil haften - was immer das heißen mag.

Deutlich härter traf es jedoch Frank Theile (Linke). Nach einer Beleuchtung seines Klassenstandpunktes im Zuge seines vom Cockpit aus geführten Kampfes gegen die Bundesrepublik inklusive ihrer Kommunalverfassungen, wurde dann die Frage seiner gänzlichen Unbekanntheit und bisherigen politischen Inaktivität umfänglich behandelt. Dann kam der finale Schlag. Auf die Frage, wie sein zeitaufwendiger Wahlkampf sich denn mit seinen enormen Verpflichtungen als Wobau-Mitarbeiter deckt, äußerte er, dass es eine gesonderte Vereinbarung mit der Wobau gebe, über die er jedoch nichts in der Zeitung lesen möchte. Solche Wünsche werden ja generell nicht erfüllt (Eva von Angern (Linke) ist das noch gut in Erinnerung). Die besondere Vereinbarung besteht in einer betriebsbedingten Kündigung - wie die Volksstimme anderweitig in Erfahrung brachte. Eigentlich wäre das ja nun gar nicht ehrenrührig - die ungeschickte Verschleierung kommt aber als tolpatschige Lüge daher. Politiker die nicht ordentlich lügen können, sind ja aber für den angestrebten Posten nun sowas von völlig ungeeignet!

Interessiert richtet die Öffentlichkeit nun die Augen auf die anstehende Vorstellung von Amtsinhaber Lutz Trümper (SPD). Wird die Volksstimme auch hier Kritisches anmerken? (Eine betriebsbedingte Kündigung käme auch in diesem Fall recht überraschend.)

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Donnerstag, Februar 14, 2008

Zählappell

Lange mussten wir auf das närrische Beiwerk verzichten. Pessimisten dachten schon es wird nichts mehr! Erst in letzter Sekunde dann die Erlösung. Stolz können wir es verkünden: zwei unabhängige Kandidaten runden das Gesamtkunstwerk "Oberbürgermeisterwahl 2008 in Magdeburg" ab.

Da wäre zunächst Werner Gaede zu nennen. Seine Eingangsstatement anlässlich der Kandidatur für den Posten des Magdeburger Oberbürgermeisters gegenüber der Volksstimme, wonach Schwerin seine Lieblingsstadt sei, gibt unter den Satireschaffenden Anlass zu größten Hoffnungen. Um sich den Zorn des Wahlvolkes zuzuziehen wäre nur Halle (oder Ottersleben?) eine noch bessere Wahl gewesen. Auch die strategische Planung des Kandidaten sorgt für ein gewisses Aufsehen. Er, 53 Jahre, beabsichtigt sich nämlich derzeit nur warmzulaufen. Der Griff nach der Macht ist dann erst 2015 vorgesehen. Schade das er dann schon 60 ist und keine ganze Amtsperiode mehr darf. Ob nicht ein etwas früherer Start noch sinnvoller gewesen wäre? Der Mann firmiert immerhin als Trauerbegleiter - wer wollte ihm da eine grundsätzliche Eignung für den Oberbürgermeisterposten in Magdeburg absprechen?

Mit der Berufsbezeichnung "Hartz IV-Empfänger" würde gern der zweite unabhängige Heroe, André Höppner, auf den Stimmzetteln stehen. Vermutlich wird das Wahlamt dieser recht genügsamen Berufsbezeichnung nicht ganz folgen können. Immerhin gibt es auch schon einen Slogan: "Mal einer von euch, macht was draus". Tja. Ähm. Ob nun die reine Tatsache des Sozialleistungsbezugs schon ein hinreichendes Kriterium sein sollte?

Da die Wahlbenachrichtigungen schon draußen sind und demnächst das Briefwahlgeschehen losgeht, hier noch einmal die Kandidaten im Schnelldurchlauf in alphabetischer Reihenfolge:

- Werner Gaede (parteilos), läuft sich warm
- André Höppner (parteilos), verfügt über eine solide achtklassige Schulausbildung
- Lydia Hüskens (FDP), wünscht verwirrender Weise noch häufig von Plakaten ein frohes neues Jahr
- Olaf Meister (Grüne), lechzt nach grünem Licht
- Oliver Schilling (future), war das nicht eher die No future!-Generation?
- Wigbert Schwenke (CDU), sucht graue Menschen und will Magdeburg herum schwenken, unklar bleibt wohin
- Frank Theile (Linke), verzichtet bisher auf (Plakat)Wahlkampf - und verfolgt als Konzept den Sieg aus der Anonymität
- Lutz Trümper (SPD), wenn Gaede und Höppner ihn nicht stoppen - wer dann?

Das sind sie - unsere acht Hoffnungsträger. Nun liebes Volk - wähle aus!

Inhalte? Ja, o.k. - bleiben sie an den Empfängern.

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Dienstag, Februar 05, 2008

Wo bleibt Jochen Behle?

Es grenzt an einen Kampf der Titanen! Die alleinige Herrschaft Wigbert Schwenkes (CDU) in der Kategorie größtes Plakat währte nur kurz. Die SPD rüstete nach und wurde heute bereits durch ein Foto in der Volksstimme belohnt, in der die Titanen friedlich nebeneinander ruhen. Während Lutz Trümper (SPD) aber lediglich sein übliches Plakatfoto einer neuen Verwertung zugeführt hat, ist das CDU-Motiv (Schwenke wundert sich über graue Menschen) zumindest deutlich origineller.

Unterdessen gehen in der Sonderwertung "frühester Plakatstart" als Vierte Bündnis 90/Die Grünen mit Olaf Meister über die Ziellinie. Erste Plakate werden aus der Innenstadt gemeldet. Über einem lächelnden Kandidaten (keine Selbstverständlichkeit im aktuellen Wahlkampf) wird "Grünes Licht für Meister" gefordert. Diese Ampelschaltungen sind ja tatsächlich ein beliebtes Ärgernis. Dass sie es nun sogar bis zum zentralen Wahlkampfthema schaffen, kommt aber doch überraschend. Es bleiben aber Zweifel, ob man dies als tiefschürfende inhaltliche Forderung durchgehen lassen kann. Die Grüne Welle für nur einen Wahlbewerber stellt noch keine umfassende Lösung für das Problem dar.

Die politischen Beobachter stehen jedoch aus anderen Gründen zunehmend verwunderter am Straßenrand. "Wo bleibt Jochen Behle?" möchte man in Erinnerung großer Wintersport-Langlauf-Ereignisse fragen. Die Linke und ihr Kandidat Frank Theile sind bisher noch nicht auf der Strecke auszumachen. Sagen wir mal so - als Jochen Behle damals dann auftauchte, war das Rennen bereits gelaufen.

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Montag, Februar 04, 2008

Bananenrepublik

Sachen gibts! Das Magdeburger Umweltamt, Teil der vom SPD-Oberbürgermeister geführten Stadtverwaltung, hält von 50 Bäumen, die einem wunderschönen und formvollendeten, im Planungsstadium befindlichen Lidl-Markt-Parkplatz in Salbke weichen sollen, 6 für erhaltenswert. 4 davon stehen leider so ungünstig, dass die Kettensäge auch mit viel gutem Willen ihrer nicht habhaft werden kann. 2 aber würden glatt eine (plantechnische) Änderung eines Parkstreifens erfordern - wo Tinte doch so teuer ist.

Der Investor sieht sich bedauerlicherweise außerstande die Kosten für die Tinte vorzustrecken. Außerdem: Bäume gehören in den Wald! Wer hat gesagt, dass ein Lidl-Markt irgendwie nett aussehen oder sich in den Stadtteil einpassen muss? Um sich in Salbke einzupassen, müsste man eh Ruinen auf dem Gelände errichten. Also sagt der Investor nicht, denkt er aber.

Der Umweltausschuss hält den ursprünglichen Gedankengang des Umweltamtes nicht für völlig wesensfremd und beschließt mit einer Mehrheit aus SPD, Linken und Grünen - Schock! - einen Änderungsantrag. Die 2 Bäume sollen bleiben. Eine Welle der Empörung schlägt über dem infamen Ausschuss zusammen - als hätte man eben Lidl mit der Anpflanzung eines tropischen Regenwaldes beauflagt. Der in Salbkefragen bisher eher nicht in Erscheinung getretene CDU-Oberbürgermeisterkandidat Wigbert Schwenke sieht das Ende des Wirtschaftsstandortes Deutschland nahen. Die SPD ist zerknirscht, an der sich nun ankündigenden Weltwirtschaftskrise will man nicht Schuld sein. Nicht wegen zweier Bäume. Der Zorn trifft den Fraktionskollegen Jürgen Canehl (SPD), der einfach frech der Meinung der baumfreundlichen Teile der SPD-geführten Stadtverwaltung gefolgt war. Da er in der Vergangenheit mal die Verklappung Salbkes in der Nordsee gefordert hatte (zumindest sinngemäß) eignet er sich auch hervorragend als Symbol für eine Verschwörung, die mit Hilfe zweier Bäume das Ende des Stadtteils herbeiführen will. Sehr praktisch.

Blöderweise sitzt er auch im Bauausschuss, der die Sache als Nächster auf den Tisch bekommt. Schluck. Was nun? Einfach bei der eigenen Meinung bleiben? Wer weiss, was die netten Fraktionskollegen einem noch so in den Kaffee tun! Umfallen und an den Planer für die gelungene Ortszerstaltung ein ergebene Dankadresse senden? Es gibt Grenzen! (Die Dankadresse füllt derweil eifrig Olaf Czogalla (SPD) aus.) Jürgen Canehl wählt die Emigration und geht während der Abstimmung lieber mal Bananen kaufen. Achja - ewig lockt die Südfrucht!

Es bleiben einige Fragen:
1. Wenn die Planung des Investors doch sowieso umzusetzen ist und geringfügig abweichende Meinungen die Exkommunikation nach sich ziehen - wieso dann dieses aufwendige Verfahren?
2. Sollte man Stadtratsentscheidungen nicht vielleicht lieber im Hammelsprungverfahren entscheiden? Alle Stadträte die vor einer Abstimmung den Saal hastig durch Fenster oder Türen verlassen oder aber Lähmung oder Tod vortäuschen, müssten dann als Gegenstimmen gewertet werden. Das lockert auch ungeheuer auf!

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Sonntag, Februar 03, 2008

Nahkampf

Arggh! Da können einem schon mal die Schweissperlen auf der Stirn stehen, wenn man so mir-nichts-dir-nichts vor einem 3 Meter Wigbert Schwenke (CDU) steht. Der Plakatwahlkampf um die Magdeburger OB-Wahl ist um eine Nuance reicher. Die CDU greift zu größerem Kaliber und setzt Großflächenplakate ein. "Magdeburg schwenkt um" wird da gerufen. Die Frage bliebe: wohin? Während man noch von der ganzen Wucht eher benommen schwenkt ähm... schwankt, trifft einen dann der vernichtende zweite Hieb. Ein weiteres CDU-Großplakat zeigt aus der Vogelperspektive den Kandidaten (sozusagen im Panorama) der etwas ratlos die Hände hebt. In einiger Entfernung stehen graue Menschen (offensichtlich eine typisch magdeburgische Straßenszene). Der ein wenig drohende Text lautet: "Nah bei den Menschen". Keine Angst! Er will nur spielen!

Tja - wo bleiben denn nun aber eigentlich die anderen Helden der Landstraße? Linke, Grüne und future verweigern sich bisher der Aktion "Schöner unsere Laternen!" Bereitet man sich dort lieber gleich auf die Stichwahl vor?

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Sonntag, Januar 20, 2008

Für Ottersleben

Seit einiger Zeit wird der Magdeburger Straßenraum nun bereits durch das Antlitz eines weiteren OB-Kandidaten bereichert. Wigbert Schwenke (CDU) setzt dem finsteren Blick der FDP-Kandidatin ein mehr oder minder gewinnendes Lächeln entgegen. Das gewählte Motto beeindruckt durch seine kühne Schlichtheit: "Für Magdeburg" ("Gegen Magdeburg" oder "Für Barleben" hätte ja auch eher überrascht.) Auch hier also wieder knallharte kompromisslose Aussagen. Wer von den anderen Kandidaten wird schon für Magdeburg sein?

Merkwürdigerweise wird der CDU-Wahlkampf allerdings bisher im wesentlichen auf Ottersleben und angrenzende Stadtgebiete beschränkt. Daher sei nochmal auf die Besonderheit der anstehenden OB-Wahl hingewiesen: Auch Personen die außerhalb Otterslebens (aber innerhalb der Stadt) leben sind wahlberechtigt! Für Kandidaten kann es daher durchaus Sinn machen, auch an abwegigen Orten also z.B. in der Innenstadt Wahlwerbung zu betreiben.

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Sonntag, Dezember 30, 2007

Dickes Ende

Das Jahr 2007 liegt in den letzten Zügen. Der Oberbürgermeister gibt in einem auf 2 Ausgaben der Volksstimme verteiltem Interview seine Einschätzung zur Lage zu Protokoll. Kurzfassung: Im Prinzip lief es dufte (wenn bloss das blöde Land nicht wäre). Es kommen aber noch harte Zeiten auf uns zu! - Also keine Auffälligkeiten.

Nun durften auch die sieben Fraktionen des Stadtrates, jeweils in eine schmale Spalte gezwängt, ihre Sicht der Dinge im Telegrammstil morsen. Besonders interessant ist traditionell die Selbsteinschätzung der Fraktionen, was sie den so gerissen haben. Die Linke freut sich, dass sich auf ihren Antrag eine Regionalkonferenz mit dem Erhalt des Schiffshebewerks auseinandersetzt. Letztes Jahr hatte man sich über das Anstoßen einer Debatte zur Magdeburger Wirtschaftsförderung gefreut. Das Anstoßen von Debatten und Konferenzen wird da offensichtlich professionell betrieben. (Prämisse für das Jahr 2007 war übrigens eigentlich die Verbesserung der Arbeitsplatzsituation - die entsprechenden Initiativen der Fraktion bleiben leider im Dunkel der Geschichte.) Niedlich die Freude der CDU über ihren Beitrag zum Beschluss zum Nichtverkauf der Wobau. 53 (alle) zu 4 (FDP) lauteten die Mehrheitsverhältnisse - die SPD wollte ein Bürgerbegehren gegen der Verkauf starten, die Linke drohte mit Selbstverbrennung (naja fast) - da hat die CDU sich wirklich mächtig ins Zeug legen müssen, um diesen knappen Erfolg zu erringen. Nicht weniger originell die SPD. Bekanntlich hatte man versucht im Zuge später Erkenntnis den Tunnelbeschluss noch mal zu kippen und war dann an der eigenen Fraktion gescheitert. Wo bei anderen Parteien sich dann die Fraktionsvorstände vom Ratsbalkon stürzen, feiert die SPD den grandiosen Sieg. Sie meint einen Kostenaufwuchs (des eigentlich ja nun offiziell verabscheuten Projekts) verhindert zu haben. Herzlichen Glückwunsch.

Bei der Frage zum Höhepunkt Magdeburgs 2007 herrscht weitgehend Einigkeit: das Puppentheater (Gab es Freikarten?)

Auch bei der Panne des Jahres ist man sich einig - zumindest fast. Die Schließung eines städtischen Pflegeheims nach jahrelangen Querelen mit der Landesheimaufsicht und der Unfähigkeit des städtischen Eigenbetriebs das Problem koordiniert anzugehen - ja, selten hat sich die Stadt so zum Klops gemacht. Die SPD stand allerdings vor dem Problem, dass ihr Oberbürgermeister bzw. seine Verwaltung ja nun schlecht eine Panne (so mit dehydrierten Senioren und allem Drum und Dran) verursacht haben kann. Da bietet sich der rechte Szeneladen Narvik und die durch die Gegend stolpernde katholische Gero AG als Pannemann des Jahres natürlich an. (Wobei das eigene Tunneldesaster auch ein schöner Preisträger gewesen wäre.) Future sah als Panne des Jahres hingegen das Fehlen Magdeburgs auf dem Monopolybrett. Letztes Jahr war es das Fehlen einer Platzbenennung nach dem FCM-Helden Heinz Krügel. Tja, Probleme gibt`s.

Bei den zukünftigen Prämissen der Fraktionen ist es beruhigend zu wissen, dass der Bund für Magdeburg die Stärkung des Wirtschaftsstandortes beabsichtigt. Die Grünen ihrerseits scheinen future zu unterwandern! Zumindest ist die Forderung "Autos raus" in der future-Losung "Lebendige Innenstadt: Autos raus, Menschen rein - Elbe auch!" fast schon eine Reminiszens an die radikalen Zeiten mit Jutta Ditfurt. (Was die Menschen in der Elbe machen bleibt leider offen.)

Was die Leser brennend interessiert ist natürlich, mit welchen Gefühlen die Fraktionsvorsitzenden in den Zoo gehen. Die Linke hofft das Patentier zu erblicken. Ahja. Die CDU bedauert, wie schon letztes Jahr, dass die Narretei des Umzugs des Zoos in den Elbauenpark scheiterte. Das scheint noch tief zu nagen. Die Grünen fühlen sich beim Anblick des Zoodirektors Kai Perret an den Eisbären Knut erinnert. Soso.

Das man im Falle einer blöden Fragen auch einfach mal eine dem Frageniveau entsprechende Antwort geben sollte, demonstrieren sehr schön die Linke und future! Was soll man bitte schön intelligentes auf die Frage: "Welches Gefühl haben Sie, wenn Sie in Magdeburg im Frei- oder Schwimmbad baden gehen?" antworten? Hans-Werner Brüning (Die Linke) macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Er fühlt: "Entspannung, Wärme". Michael Stage (future) sieht sich einem nassen Gefühl ausgesetzt. Beides beim Baden durchaus gesunde Empfindungen. Reinhard Stern (CDU) fordert den Erhalt der Bäder. Zuvor hatte er sich bereits als Freund der Theater und des Zoos geoutet. Letztes Jahr war an selbiger Stelle von ihm noch die Konzentration auf die Pflichtaufgaben gefordert worden, was ja Bäder, Theater und Zoo eher ausschließt. Da sollte er sich nun aber doch mal entscheiden.

Dann die ultimative Frage: Wer wird Oberbürgermeister? Da allen halbwegs politisch Interessierten die Antwort auf der Zunge liegt, kann man hier mal sehr schön sehen, für wie blöd das Wahlvolk jeweils gehalten wird. Das Rainer Löhr (SPD) Lutz Trümper vorne sieht überrascht nicht so richtig. Wenn es nach den Spatzen auf den Dächern geht, ist die Prognose sogar richtig. Die CDU hält eher Wigbert Schwenke (CDU) für den Erringer der Amtskette (Er kennt nämlich die Bedürfnisse der Bürger!). Das man an OB Schwenke dort selber glaubt, ist zwar schon etwas in Zweifel zu ziehen, allerdings kann man es der CDU nun wirklich nicht verdenken, dass sie nicht schon im Vorfeld Trümper bejubelt. Die Linke sieht selbstredend Frank Theile das Rennen machen. Tststs. Nachdenklich sollte die Linke stimmen, dass die Volksstimme hinter dem Namen, des in zwei Monaten angeblich den Thron Erklimmenden, anmerkt, für welche Partei er antritt. Sagen wir mal so, der Bekanntheitsgrad läßt noch Reserven erkennen.

FDP und future scheinen sich sicher zu sein, dass es in Magdeburg keine intelligenten Lebensformen mehr gibt. Lydia Hüskens (FDP) wird zwar von Teilen ihrer Partei unterstützt, dass dies aber annähernd zu 50 % Wählerstimmen in Magdeburg führen könnte, ist schreiend abwegig. Future sieht die Liebe des seit 10 Jahren in Magdeburg wohnenden Oliver Schilling zu seiner Wahlheimat für so durchschlagend an, dass an einem Wahlsieg nicht zu zweifeln ist. Möglicherweise ist das "Natürlich" in der Behauptung der Futuristen jedoch als Augenzwinkern zu verstehen. Die Grünen ringen sich zur Benennung eines politischen Konkurrenten durch und Tippen auf Lutz Trümper (SPD) als zukünftigen OB. Dass dieser sich nur knapp gegen Olaf Meister (Grüne) behaupten können wird und somit SPD und Grüne in der Stichwahl miteinander ringen, ist allerdings auch nicht viel wahrscheinlicher als der Triumphzug Lydia Hüskens. Auch hier wollen wir mal Wunsch und Humor als Väter des Gedankens durchgehen lassen. Der einzige Tipp mit Nachrichtenwert stammt übrigens von Klaus Kutschmann (Bund für Magdeburg). Er tippt auf Wigbert Schwenke (CDU) und gibt damit indirekt bekannt, dass der Bund für Magdeburg sich am Rennen nicht beteiligt.

Tja, was könnte nach alldem den nun für 2008 der zu erwartende Höhepunkt für die Stadt sein? Klare Antwort von Alfred Westphal (Grüne): das Abitur seiner Tochter und sonst für ihn jeder Tag. Ähm? ja...

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Freitag, Dezember 21, 2007

Schweigen ist Silber

Die Magdeburger Volksstimme hat, in köstlicher Weise, ein Duell der besonderen Art im Bild festgehalten und gewürdigt.

Die Kombattanten: Lutz Trümper (SPD, Oberbürgermeister) und Wigbert Schwenke (CDU, Oberbürgermeisterkandidat),
Ort des Duells: Neueröffnung Spielplatz Reform
Waffen: Trümper - Mikrofon, Schwenke - Taschentuch
Sieger: Trümper (Rede schlägt Schnäuzen)

Das ist natürlich schon etwas gemein. Etwas. Der Amtsinhaber brilliert, ist stolz wie Oskar (darf man das in der SPD noch sagen?), dass Reform nach 17 Jahren sozialdemokratischer Herrschaft nun auch einen Spielplatz hat. Der Herausforderer muss schweigen. Darf sich mal mit dem Taschentuch im Gesicht rumfuchteln und wird dann auch noch abgelichtet, als würde er bei den Worten des Oberbürgermeisters spontan in Tränen ausbrechen. Rührung? Zorn? Zwiebeln? Fieserweise fordert die Volksstimme auch die anderen vier OB-Kandidaten auf sich öfter mal schweigend die Reden des Oberbürgermeisters anzuhören. Könnte dann natürlich auch Aussehen, als hätte Trümper einen Trupp Personenschützer im Schlepp oder die Leute denken am Ende gar er wird beschattet.

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Mittwoch, November 21, 2007

Auffällige Personen

Lieste´s - weeßte´s reagiert auf die Überalterung der Bevölkerung in vorbildlicher Weise. Gerade Demenzerkrankungen können einen schwer aus der Bahn werfen. Hier tut Hilfe Not! Für alle die seit Freitag (16. November) bereits vergessen hatten, dass sich am Sonnabend beim CDU-Ball 170 Gäste vergnügt hatten, darunter Jürgen Scharf, Dieter Steinecke, Jens Ansorge und Wigbert Schwenke, wurde nun am Mittwoch (21. November) dieses Ereignis (Unterrubrik: "Auch sie fielen uns auf") in Erinnerung gerufen.

An dem Konzept sollte allerdings noch gefeilt werden, da nach anderthalb Wochen die Berichte doch etwas an Aktualität einbüßen. Interessant ist, dass Wigbert Schwenke vom OB-Kandidat (16. November) zum bloßen Landtagsabgeordneten (21. November) umetikettiert wurde. Kündigt sich da etwa eine Aufgabe der Kandidatur an?

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Montag, November 19, 2007

Erstrebenswerte Zukunft

Die Kandidaten für die drohende Oberbürgermeisterwahl in Magdeburg machen derzeit Aufwärmungs- und Dehnungsübungen. Schon jetzt fallen die krass unterschiedlichen Ausgangsbedingungen zwischen Amtsinhaber und dem Herausfordererpulk ins Auge. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) ist auf fast schon unheimliche Weise omnipräsent. Gerade noch winkt er aus New York oder Israel, dann hantiert er mit einem Spendenscheck für den Glockenstuhl der Johanniskirche, saniert einige Schulen, um Tags darauf den SCM zu retten. Oh-ha.

Bei den Herausforderern geht es situationsbedingt etwas betulicher zu. Wigbert Schwenke (CDU) neckt sich mit Olaf Meister (Grüne) zur Frage des Abrisses des denkmalgeschützten Schlachthofes. Frank Theile (Linke) verkündet anlässlich seiner Nominierung, sein Ziel sei: "das konkrete Mitwirken der Bürger für eine lebenswerte Gegenwart und eine erstrebenswerte Zukunft ". Der Wille der Bürger müsse " erkannt, beachtet und umgesetzt " werden. Tja. Endlich mal einer mit konkreten Forderungen und nicht immer diese langweiligen Floskeln. Lebenswerte Gegenwart und erstrebenswerte Zukunft! Das wollen die Bürger! Außer bei der Linken ist da natürlich Fehlanzeige. Wer ist sonst schon für eine erstrebenswerte Zukunft? Ob die Linken sich den Slogan schützen lassen?

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Montag, November 05, 2007

Planet Ottersleben

Etwas mühsam beginnt sich der Oberbürgermeisterwahlkampf durch die Stadt zu schleppen. Eine Einwohnerversammlung des Oberbürgermeisters Lutz Trümper (SPD) in Ottersleben wurde nun zum inoffiziellen Wahlkampfauftakt erklärt - blieb dann aber doch ohne skandalträchtigen Schlagabtausch eher im örtlichen Kleinklein. Kuriosität im Vorfeld war die Erklärung Wigbert Schwenkes (CDU, Oberbürgermeisterkandidat), wonach ihn die Verwaltung Trümpers anrief, um vor der Veranstaltung aktuelle Informationen vom Planeten Ottersleben zu erhaschen, als dessen Präsidenten sich der CDU-Kandidat sieht. Entweder verlieren da Verwaltungsmitarbeiter etwas die Orientierung im Aktendschungel oder die gefühlte Planetenführung entfernt sich ein wenig von der Oberfläche.

Lustig waren auch die in der Presse kolportierten Gerüchte, wonach die Wahl des Veranstaltungsortes Ottersleben - und damit (uiuiui) in der Höhle des Löwen von Ottersleben - die "Nervosität" des Oberbürgermeisters bezeuge. Als ob die Stadtverwaltung ernsthaft flink genug wäre in nur knapp 6 Monaten so eine Veranstaltung (Anwesenheit mehrerer Personen, Beschaffung des Schlüssels für eine Turnhalle) aus dem Boden zu stampfen. Auch erschließt sich nicht so recht, warum nun Wigbert Schwenke mühevoll zum Gegenspieler des Amtsinhabers aufgebaut wird. Bisher musste der jeweilige SPD-Kandidat in der Stichwahl dann immer den PDS-Kandidaten vom Tisch fegen (ja, es wird auch außerhalb Otterslebens gewählt!). Über den Verbleib Frank Theiles (Linke) ist derzeit allerdings nichts in Erfahrung zu bringen.

Gerätselt wird in der örtlichen Politszene noch, ob die Bemerkung Trümpers, dass es in Ottersleben "keine dicken Probleme" (Zwischenüberschrift in der Volksstimme) gebe und das Adjektiv "unübersehbar" in der Bildunterschrift unter dem Bild des CDU-OB-Kandidaten irgendeine Fiesheit darstellten. Vermutlich nicht. Vom vielen Zwischen-den-Zeilen-lesen wird einem noch ganz blümerant.

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Donnerstag, Juli 05, 2007

Alles zum Wohl des Volkes

Nun ist es passiert. Etwas lustlos folgte die Mitgliederversammlung der Magdeburger CDU ihrem Kreisvorstand und kürte Wigbert Schwenke zum Oberbürgermeisterkandidaten der Partei. 80 % Ja-Stimmen ohne Gegenkandidaten sind im politischen Geschäft bei einer Wahlnominierung nicht eben ein überwältigender Vertrauensbeweis. (Interessanterweise soll es nach Presseberichten Lemminge gegeben haben, die gerne parteiintern gegen ihn kandidiert hätten - ein Luxus von dem andere Parteien nur träumen können.)

Etwas gruselig ist der vorläufige Wahlslogan geraten: Schwenke sieht sich "...als ein Kandidat aus dem Volk für das Volk." Oh-ha. Daran sollte man vielleicht noch mal feilen. Nicht nur weil auch andere Kandidaten möglicherweise aus selbigem Volk stammen. Die Urheberrechte für den Satz liegen etwas im Dunkel der Geschichte. DDR-Bürgern wird vielleicht noch die mitreißende Broschüre: "Aus dem Volk für das Volk mit dem Volk, Alles für die Verwirklichung der Beschlüsse des XI. Parteitages der SED" geläufig sein. (Die Beschlüsse kamen letztlich nicht 100%ig zur Umsetzung - soviel sei verraten. Sozusagen ganz schlechtes Karma!)

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Donnerstag, Juni 14, 2007

Gerangel

Das Gerangel um die Magdeburger Oberbürgermeisterwahl im März 2008 hat nun offiziell begonnen. Die möglichen Kandidaten rangeln sich jedoch mehr an der Ausgangstür und wollen so schnell wie möglich aus der Nominierungsgefahrenzone.

Während Wigbert Schwenke (CDU) jedoch schon nicht rechtzeitig entkam (sinngemäß: darum gerissen habe ich mich nicht), scheint sich nun auch um Eva von Angern (Linkspartei) die Schlinge enger zu ziehen. Nach Angaben der Volksstimme flehte sie auf Knien um Gnade und um Nichterwähnung von Kandidaturgerüchten - aber vergeblich. Hans-Werner Brüning (Linkspartei) schüttelte so heftig mit dem Kopf, dass den Gesprächspartnern die Haare wehten.

Auch die anderen üblichen Verdächtigen räuspern sich eher verlegen. Die FDP schäumt etwas, will aber tatsächlich nicht ausschließen Wigbert Schwenke doch noch zu unterstützen. Sowas gemeines. Im Übrigen habe sie massig potentielle Kandidaten, die jedoch eher anonym bleiben wollen. Auch bei den Grünen klingt ein entschiedenes "möchten antreten" nicht nach reichhaltiger Kandidaturfreudigkeit. Man konnte sich aber dazu durchringen mitzuteilen, dass Lutz Trümper nicht für Bündnis 90/Die Grünen antritt.

Da kann die SPD aufatmen. Wenn Trümper ein besseres Angebot von den Grünen oder zum Beispiel aus Barleben auf den Tisch bekäme und zur dortigen Mannschaft wechseln würde, es wäre ganz, ganz, ganz doll finstere Nacht im sozialdemokratischen Universum unserer Stadt.

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