Sonntag, Januar 20, 2008

Für Ottersleben

Seit einiger Zeit wird der Magdeburger Straßenraum nun bereits durch das Antlitz eines weiteren OB-Kandidaten bereichert. Wigbert Schwenke (CDU) setzt dem finsteren Blick der FDP-Kandidatin ein mehr oder minder gewinnendes Lächeln entgegen. Das gewählte Motto beeindruckt durch seine kühne Schlichtheit: "Für Magdeburg" ("Gegen Magdeburg" oder "Für Barleben" hätte ja auch eher überrascht.) Auch hier also wieder knallharte kompromisslose Aussagen. Wer von den anderen Kandidaten wird schon für Magdeburg sein?

Merkwürdigerweise wird der CDU-Wahlkampf allerdings bisher im wesentlichen auf Ottersleben und angrenzende Stadtgebiete beschränkt. Daher sei nochmal auf die Besonderheit der anstehenden OB-Wahl hingewiesen: Auch Personen die außerhalb Otterslebens (aber innerhalb der Stadt) leben sind wahlberechtigt! Für Kandidaten kann es daher durchaus Sinn machen, auch an abwegigen Orten also z.B. in der Innenstadt Wahlwerbung zu betreiben.

Labels: , , , , , ,

Montag, November 05, 2007

Planet Ottersleben

Etwas mühsam beginnt sich der Oberbürgermeisterwahlkampf durch die Stadt zu schleppen. Eine Einwohnerversammlung des Oberbürgermeisters Lutz Trümper (SPD) in Ottersleben wurde nun zum inoffiziellen Wahlkampfauftakt erklärt - blieb dann aber doch ohne skandalträchtigen Schlagabtausch eher im örtlichen Kleinklein. Kuriosität im Vorfeld war die Erklärung Wigbert Schwenkes (CDU, Oberbürgermeisterkandidat), wonach ihn die Verwaltung Trümpers anrief, um vor der Veranstaltung aktuelle Informationen vom Planeten Ottersleben zu erhaschen, als dessen Präsidenten sich der CDU-Kandidat sieht. Entweder verlieren da Verwaltungsmitarbeiter etwas die Orientierung im Aktendschungel oder die gefühlte Planetenführung entfernt sich ein wenig von der Oberfläche.

Lustig waren auch die in der Presse kolportierten Gerüchte, wonach die Wahl des Veranstaltungsortes Ottersleben - und damit (uiuiui) in der Höhle des Löwen von Ottersleben - die "Nervosität" des Oberbürgermeisters bezeuge. Als ob die Stadtverwaltung ernsthaft flink genug wäre in nur knapp 6 Monaten so eine Veranstaltung (Anwesenheit mehrerer Personen, Beschaffung des Schlüssels für eine Turnhalle) aus dem Boden zu stampfen. Auch erschließt sich nicht so recht, warum nun Wigbert Schwenke mühevoll zum Gegenspieler des Amtsinhabers aufgebaut wird. Bisher musste der jeweilige SPD-Kandidat in der Stichwahl dann immer den PDS-Kandidaten vom Tisch fegen (ja, es wird auch außerhalb Otterslebens gewählt!). Über den Verbleib Frank Theiles (Linke) ist derzeit allerdings nichts in Erfahrung zu bringen.

Gerätselt wird in der örtlichen Politszene noch, ob die Bemerkung Trümpers, dass es in Ottersleben "keine dicken Probleme" (Zwischenüberschrift in der Volksstimme) gebe und das Adjektiv "unübersehbar" in der Bildunterschrift unter dem Bild des CDU-OB-Kandidaten irgendeine Fiesheit darstellten. Vermutlich nicht. Vom vielen Zwischen-den-Zeilen-lesen wird einem noch ganz blümerant.

Labels: , , , , ,

Donnerstag, Februar 22, 2007

Freie und Hansestadt Magdeburg

Magdeburg wird Freie Reichsstadt! Zumindest ist der Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) auf die CDU/SPD geführte Landesregierung ausreichend sauer, um den Austritt der Stadt zu erklären. Das Land hat sich nämlich entschlossen die angesichts knapper Kassen notwendigen Sparbemühungen "outzusourcen", - in Richtung der kreisfreien Städte. Sollte das Land nun also den Geldhahn abdrehen, müsste die Stadt (so Trümper) alle Freibäder schließen, Leute entlassen, Parkgebühren verdoppeln, Fahrkartenpreise anheben, Grundsteuern erhöhen etc. Ob der tägliche Sonnenaufgang und das Fließen der Elbe gewährleistet werden kann, ist noch völlig offen.

Wenn nun aber das Land eh nichts mehr zahlt - wozu dann diese lästige Landesregierung? Die könnten doch sehr schön von Barleben aus hofhalten. Werder Bremen könnte wieder unbelästigt spielen! Vielleicht könnten wir ja auch der UNO beitreten. Ein kleines Atomwaffenprogramm ließe sich schnell auflegen - wir wären das Ziel umfangreicher internationaler Hilfsmaßnahmen und wären im Gegenzug bereit, die Bedrohung Bayerns mit Atomwaffen wieder aufzugeben!

Zunächst soll das Tiefbauamt jedoch einige Fässer Teer als "strategische Magistratsreserve" zurückgestellt haben - damit man unbedacht durchreisende Landespolitiker noch flink teeren und federn kann. (Das würde die Verfolgungsangst des Herrn Kurze erklären!)

Auf den Rathausfluren wird sogar vom geheimen Vergeltungs-Programm "Frühe Dunkelheit" gemunkelt. Straßen in denen Landespolitiker wohnen könnten ihre gewohnte Straßenbeleuchtung unter strengen Spargesichtspunkten verlieren. In Ottersleben sollte man immer eine Taschenlampe dabei haben. Denkbar auch das dringende Kanalarbeiten um den Landtag plötzlich beginnen - leider aber nicht weiter geführt werden ... können. Städtische Zuschüsse an Vereine in denen Landespolitiker oder deren Kinder aktiv sind? Da könnte man ja gleich an Nordkorea spenden.

Wir leben in bewegten Zeiten!

Labels: , , , , , , ,

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Erst schießen - dann fragen ...

... ist ein uralter Grundsatz, der sich schon oft bewährt hat. Nun hatte es in einer Ottersleber Grundschule die kleinen Racker reihenweise böse mit Durchfall erwischt. Was ist auf so einen Vorfall (in der Nach-Heendorf-Ära) die adäquate Reaktion? Genau. Erst mal eine Strafanzeige. Also wenn man der Heendorfchen-Theorie folgt, wäre der Oberbürgermeister mit Strafanzeigen einzudecken gewesen. Die besorgten Eltern ließen mal eine Anzeige gegen unbekannt genügen. Der Unbekannte konnte jetzt ermittelt werden: es ist der Noro-Virus. Durch seine hinterhältige Winzigkeit konnte er sich einer Verhaftung zunächst entziehen. Sobald der örtliche Kontaktbeamte aber mit einem Mikroskop ausgerüstet ist, wird die Zahl der in Magdeburg ergriffenen Straftäter steil ansteigen und gegen Ende der Woche die Milliardengrenze erreichen. Dann setzt es aber Arbeitsstunden für das fiese Virenpack!

Labels: , ,

Montag, November 06, 2006

Hau den Lutz

...heißt derzeit ein scheinbar recht beliebtes Spiel in der Magdeburger Kommunalpolitik. Da vergeht eigentlich kein Tag an dem nicht ein CDU-Mitglied auf unseren verehrten Herrn Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) einschlägt - aus unterschiedlichen Richtungen. (Es ist mir fast etwas peinlich, am Ende wird man noch der Oberbürgermeister-Nähe gezichtigt, aber man muss es doch mal anmerken). Da vollzieht die Stadtverwaltung zunächst das Dogma der CDU/SPD Landesregierung und will Sekundarschulen schließen. Da sie die Dreistigkeit besitzt auch eine Schule in Ottersleben anzutasten, springt Landtagsabgeordneter und Ratsherr Wigbert Schwenke dem Oberbürgermeister, man will gar nicht sagen mit was, ins Gesicht (siehe den wertvollen Bericht weiter unten). Da verblüfft Trümper alle. Während gerade Jürgen Scharf (CDU) mit unklarer Motivation ihn einfach nur gepflegt öffentlich anpöbelt, vollführt Lutz einen doppelten Axel und präsentiert sich als Experimentierfreudig. Gut, sagte er, die Schulen können offen bleiben. Die Lehrer bezahlen wir ohnehin bis 2010, die Gebäude gammeln eh nur rum. Solln sich halt die Lehrer um kleinere Klassen kümmern. Landesminister (CDU), bewillige uns das.
Natürlich ist es etwas lästig, wenn der Feind in die selbe Richtung kämpft. Daher vollzieht nun auch die CDU die abrupte Wende. Stadtrat und "Bildungsexperte" Gunter Schindehütte (CDU) äußert sich hierzu eloquent mit: "Eine Schnapsidee oder billige Wahlkampagne". Genau weiß er es noch nicht, Wahlen sind allerdings nicht so richtig in Sicht. Die Kritik gilt Trümper und wohl genaugenommen versehentlich auch Fraktionskollegen Schwenke in der Version von vor zwei Wochen. Letzteres steht explizit so allerdings nicht im Text. Ja was denn nun? Auf oder zu? Gibt es einen Dritten Weg? Alle Schulen in Ottersleben konzentrieren? Abschaffung der Schulpflicht? Wieso nicht? Magdeburg kam 1000 Jahre gut ohne Schulpflicht aus! Immer dieser neumodische Kram ... Nichts als Ärger!

Labels: , , , , , , ,

Samstag, Oktober 07, 2006

POS Wigbert Schwenke

Mangels Kinder greifen die Schulschliessungen leider etwas um sich. Auf der Liste auch die schülermäßig unterbesetzte Sekundarschule "Ernst Wille" in Ottersleben. Es kam was kommen musste: Wigbert Schwenke - breit wie hoch. Seines Zeichens der ungekürte Ortsbügermeister des vielleicht lästigsten, aufgrund der garstigen Neubaugebiete jedoch sicher häßlichsten Stadtteils der Stadt. Nebenberuflich auch noch CDU-Landtagsabgeordneter. Siegessicher läßt er die vermeintliche Unfähigkeit der Stadtverwaltung verkünden und geißelt die geplante Schließung als Sakrileg. Es ist ja schön wenn sich ein Politiker für "seinen" Stadtteil einsetzt. Es kann aber dann albern werden, wenn ein auf das Allgemeinwohl verpflichteter, mit etwas Einfluss versehener, Politiker einen speziellen Teil seines Wahlkreises zum Nachteil für andere Stadtteile zum heiligen Bezirk erklärt und letztlich die Schließung benachbarter (besser ausgelasteter) Schulen erkämpfen will. Wenn das alle machen würden - es gäbe nur noch lokale Interessen und Zwergschulen. Nichts gegen Zwergschulen. Vielleicht etwas teurer, aber sicher sinnvoll. Nur hat Wigbert bei der Festlegung der jetzigen Kriterien für Schulschließungen im Landtag sicher ganz brav und uninnovativ seine CDU-Patschhand gehoben. Da wäre der rechte Platz um für die Interessen der kleinen Ottersleber Schule (und der vielen anderen) zu streiten. Leider aber ohne Wigbert.

Labels: , , ,

Google
 
Web hildegunst.blogspot.com