Mittwoch, August 06, 2008

Löwengebrüll im Sandkasten...

...titelte die Volksstimme am Dienstag auf Seite 1. Nach Luchsflucht und toten Tigern im Magdeburger Zoo zuckt der leidgeprüfte Magdeburger angesichts des sich andeutenden Spielplatzmassakers ängstlich zusammen. Keine Angst! Die Löwenhaltung wurde doch nicht artgerecht auf größere Bevölkerungsnähe umgestellt. Es eröffnet lediglich ein kleinerer Kindergarten (31 Plätze, bei 480 € je Platz im Monat ist die Zielgruppe auch eher übersichtlich) der den Mut besitzt Mitarbeiter des Zoos auf´s Gelände zu lassen. (Hände weg von Gentests!)

Sonst verhält sich die Welt derzeit eher ruhig. Merkwürdig ist, dass sich selbstmordgefährdete Menschen derzeit verstärkt zu "Seilschaften" zusammenschließen und, als Bergsteiger getarnt, den Freitod auf hohen Bergen suchen. Was soll das denn? Wäre es da nicht preiswerter, sich in einer Gefrierkombination von einem Hochhaus werfen zu lassen?

Labels: ,

Mittwoch, Juli 23, 2008

23

Es verwundert schon ein wenig, dass die Reiseführer beharrlich eine der wesentlichen Attraktionen unserer geliebten Landeshauptstadt ignorieren. Sogar die örtliche Presse hat sich ermüdet von dem Phänomen abgewandt. Während sich andernorts Menschen gemeinsam mit Stieren in die Arena (oder ins örtliche Kranken-/Leichenschauhaus) treiben lassen, Tomatenschlachten stattfinden oder man gebannt der mumifizierten Vorhaut eines Heiligen folgt, schlägt Magdeburg sie alle.

Jeden Montag den der liebe Herrgott werden lässt (durchschnittlich einen pro Woche) kommen die Magdeburger Montagsdemonstrierer aus ihren Behausungen und veranstalten - egal ob Hagel, Blizzard oder Schafskälte - die letzte regelmäßige zünftige Montagsdemo (vermutlich) der Welt. Die Magdeburger Polizei stellt dann immer einen Streifenwagen, um die Menschenmassen, die sich über den Fussweg des Breiten Wegs ergießen in Schach zu halten. Es sind 23! Kinder mitgezählt. Weswegen sie ziehen, ist nicht mehr ganz klar auszumachen. Soziales natürlich. Optisch wirkt es eher nach einer mobilen Selbsthilfegruppe, die sich auf ein etwas absurdes Hobby geeinigt hat. Sie führen einen Lautsprecher mit - möglicherweise ist einer der ihren nach den vielen Jahren ertaubt.

Genau genommen sind es aber gar nicht zu wenig. Es sind noch 10 zu viel. Wären es nur 13 hätte man die ideale Anzahl, um eine neue Religion zu gründen. Dann könnte man dem politischen Alltag noch etwas weiter entrücken. Andererseits: 23! Sollten die sagenumwobenen Illuminati auf dem Magdeburger Breiten Weg wöchentlich einen geheimnisvollen Ritus praktizieren? Touristen kommt und seht es Euch an!

Labels: ,

Mittwoch, April 16, 2008

Dünne Luft

Der Magdeburger Oberbürgermeister, Lutz Trümper (SPD), hat die soziale Frage für gelöst erklärt! Das kommt etwas überraschend. Der ein oder andere Mitbürger soll ja doch noch Hartz IV beziehen - sagen die Statistiker. Na was wissen die schon! Da der Oberbürgermeister noch nie davon gehört hatte, dass Eltern ihren Kindern wegen zu hoher Vereinsbeiträge die Mitgliedschaft im Sportverein verweigert hätten, ist ein solches Problem nicht existent - sagt der Oberbürgermeister. War da nicht neulich ein Wehklagen über verantwortungslose Eltern, die ihre Kinder unter finanziellen Aspekten von der Schulspeisung abmelden? Das kann schon sein. So sind sie halt die Magdeburger Erziehungsberechtigten - gönnen ihren Kindern keinen Gemüseeintopf, schicken sie aber zum Kampfsporttraining - meint scheinbar der OB. (Unter Überlebensgesichtspunkten übrigens gar kein unvernünftiger Ansatz der die Elternschaft da umtreibt!)

Das ist nun ein wahrhaftes mentales Genie. Durch gezieltes Wegdenken von Problemen verschwinden die wirklich - zumindest aus dem Blickfeld der Kommunalpolitik. Da sollte der OB sich mal an das Vergessen von Arbeitslosigkeit, Schlaglöchern oder Hochbauamtsleitern machen - vielleicht hilft es ja.

Bei 64 % ist die Luft scheinbar doch schon reichlich dünn.

Labels: , , ,

Samstag, März 01, 2008

Zu wenig Packeis in Sachsen-Anhalt

Es gibt Momente, da wird der Welt oder doch zumindest der restlichen Republik schlagartig bewusst, dass es ein Land gibt, welches auf den lieblichen Namen Sachsen-Anhalt hört. Meist haben diese Momente eine sehr eigene Note. So auch diesmal.

Das Orakel aus der Hegelstraße hat mal wieder gesprochen. Im Kern äußerte sich Wolfgang Böhmer (CDU, Ministerpräsident mit einem Hang zu kryptischen Äußerungen) wohl zur Frage von Kindesmisshandlungen bzw. -tötungen und der unerfreulichen Statistik, wonach dies in seinem Reich üblicher wäre als anderswo. Während man bei rechtsextremistischen Straftaten die Statistik selbst als das Übel ausgemacht hatte, neigte der große alte weise Mann in diesem Fall dazu, die DDR als Schuld am unerfreulichen elterlichen Umgang zu bezichtigen. Da die DDR-Eltern gern mal Ihre Kinder abtrieben, machen sie das halt heute auch noch - nur eben nach der Geburt. (Dass die Bundesrepublik heute im Prinzip die DDR-Fristenregelung übernommen hat, lässt einen ja böses für die Zukunft ahnen.)

Zwar konnte die DDR im Jahr 18 nach ihrem Ableben den Botschafter Sachsen-Anhalts nicht einbestellen, die Bürger und vor allem wohl Bürgerinnen des Böhmerschen Reiches waren jedoch ... sagen wir mal befremdet. Es gab den einen oder anderen Gedankengang, ob der große Denker nicht mehr Zeit am heimischen Herd verbringen sollte. Keine Sorge - muss er nicht.

Es bleibt aber anzumerken, dass die Schuldfrage durch Wolfgang Böhmer nun wirklich nur unzureichend durchdacht worden war. Wenn man mal die DDR als schuldig hinnimmt (bietet sich an, da eigene Verantwortlichkeiten damit praktischerweise ausgeschlossen sind), kommt man ja nicht umhin festzustellen, dass die DDR letztlich darauf beruhte, dass hier das Ende des großen unerfreulichen Krieges im wesentlichen durch die Rote Armee und nicht durch die US-Army herbeigeführt wurde. Wenn aber die Rote Armee eine Bedingung für die DDR setzte, liegt ihre kausale Mitschuld am Elend Sachsen-Anhalts auf der Hand. Allerdings ist ursächlich für die Existenz der Roten Armee nun wiederum die große sozialistische (im November praktizierte) Oktoberrevolution. Diese ist maßgeblich durch Lenin verursacht, der den Ort seines Wirkens per durch Kaiser Wilhelm II. ausgestelltem Freifahrtschein der Deutschen Reichsbahn erreichte. Das für den Status des Kaisers unabdingbare Kaiserreich basiert auf dem 1871 von Frankreich erklärten, jedoch verlorenen Krieg. Womit die Schuld an der sachsen-anhaltischen Misere recht klar bei den geschätzten froschverzehrenden Nachbarn im Westen liegt.

Kritiker dieses Gedankengangs werden einwenden, dass dann aber auch das Abschmelzen des Packeises zum Ende der letzten Eiszeit im heutigen Hoheitsgebiet des böhmerschen Reichs letztendlich zu den fatalen Konsequenzen führte. Man könnte sogar das Auseinanderbrechen des Urkontinents Gondwana als Quelle allen Übels betrachten.

Hmm. Am Ende muss das Ganze doch noch mal überdacht werden. Möglicherweise sollte man das amtierende Orakel um einen Lösungsvorschlag bitten.

Labels: , , ,

Freitag, Februar 08, 2008

Blickfang

Es gibt einen verhältnismäßig einfachen Indikator, ob eine Politik grandiose Erfolge feiert oder nur aus Gründen anderweitiger Verhinderung revolutionär gestimmter Bevölkerungsteile noch nicht weggeputscht wurde.

Sobald sich Schlangen (egal ob sozialistische Wartegemeinschaften oder kapitalistische Warteteams) an Einrichtungen bilden, die nur die Grundversorgung der Bevölkerung abdecken sollen (Bäckereien, Tankstellen, Augenärzte, Beate-Uhse-Geschäfte), sind in einer Gesellschaft die Fäkalien am dampfen, wie es der gemeine Magdeburger auszudrücken pflegt. In Aschersleben geschah nun mehr oder weniger ein Wunder. Ein Augenarzt liess sich nieder. Das klingt zunächst unspektakulär. Allerdings haben Aschersleben und die nördliche Sahelzone eines gemeinsam. Die Dichte an Augenkassenärzten je 10.000 Einwohner liegt in beiden Gebieten bei überschaubaren: Null.

Nun war es wohl dem CDU-Landtagsabgeordneten Detlef Gürth (wenn es so ist, wird dem Abgeordneten hiermit ein Bienchen ausgesprochen) gelungen, ein älteres Augenarztexemplar im Westen zu fangen und in der ostdeutschen Sahelzone um Aschersleben auszusetzen. Hunderte Patienten rafften ihre letzte Sehkraft zusammen und schleppten sich an den Ort, an welchem sich der Heiler niedergelassen hatte. Die nach Sehkraft auf Ascherslebens Straßen anstehenden Menschen schafften es bis auf die Titelseite der Zeitungen.

Werte Gesundheitspolitikerinnen und Gesundheitspolitiker. Auch mit ggf. schwächlicher Sehkraft ist hier gut zu sehen, dass ihr da gerade was voll gegen die Wand semmelt. Macht doch bitte mal, was ihr in solchen Fällen so macht (Klausurberatung, Anfrage, fraktionsübergreifende Anträge etc.) und beginnt das Problem zu lösen. Wäre echt blickig!

Labels: , , , ,

Dienstag, Januar 15, 2008

Pflegeleien

Pflege ist in Magdeburg eine gefährliche Sache! Den Pflegenden droht schlechte Presse und Arbeitsplatzverlust, den Gepflegten die Pflege selbst. Nach dem städtischen Pflegeheim "Am Luisengarten" nun das städtische Klinikum. (Wenn das so weitergeht fallen am Ende noch dehydrierte Stadträte im Ratssaal auf - wäre ja für einiges eine plausible Erklärung.) Während mit Dehydrierung und Kot an den Strümpfen der sicherlich auch andernorts nicht unübliche Pflegestandard vom Klinikum mustergültig erfüllt wurde, gönnte man sich dann doch noch zusätzlich einen gesonderten Pressegau.

Für die PR-Abteilung gibt es zwei klassische Methoden mit dem Problem umzugehen. 1. Man kann in Sack und Asche gehen. Wortreiche Entschuldigungen, betrübtes Minenspiel, putzige Plüschbären als Wiedergutmachung, energisches Hin- und Herstapfen und Umschmeicheln der Presse gehören da zum Ablaufplan.

Wem das zu weich ist kann auch Nr. 2 anwenden. Aufklärerische Presse anfauchen, Abwiegeln, Verräter unter Druck setzen (intern möglicherweise mal den eisernen Besen rauskramen). Klare Sache.

Unter keinen Umständen sollte man beide Vorgehen gleichzeitig anwenden. Das wirkt dann etwas schizophren. Am Ende wird man noch ein Fall für die eigene Pflegeabteilung - das wäre nun wirklich nicht ratsam. Anke Trey, inzwischen mit Hausverbot belegte Pflegedienstleiterin, entschied sich für die softe Variante. Da wurde nett mit dem Beschwerdeführenden und der Volkstimme-Reporterin geplauscht. Es wurde die kuriose Mär aufgetischt, wonach er nach 23.000 Fällen der Erste mit Dreck am Stecken bzw. Kot an den Strümpfen gewesen sei. So ein Pech. Vermutlich wollte man gerade zum Knabbergebäck übergehen, da fährt der Klinik -Geschäftsführer wie ein Blitz in die Versammlung. Andreas Brakmann kantet die Reporterin raus und rückt dem sich beschwerenden Patientensympathisanten gehörig auf die Pelle. Also nun die harte Variante. Sehr verwirrend. Die Volksstimme bedankt sich mit einer Titelstory auf der Landesseite.

Na? - Langsam werden die Geschäftsführer im städtischen Pflegebereich aber knapp. Dem Oberbürgermeister ist es durch geschicktes Meiden der Kampfszene diesmal allerdings gelungen, sich außerhalb der Zone zu halten, in der einem schmutzige Strümpfe um die Ohren sausen.

Labels: , ,

Freitag, Dezember 14, 2007

Ruf doch mal an

Hin und wieder schaffen es die kommunalen Themen der Landeshauptstadt auch mal in die überregionale Presse. Meistens für die Beteiligten ein ganz schlechtes Zeichen. Aktuelles Beispiel ist die Schließung des Altenpflegeheims "Am Luisengarten" wegen schockierender Mängel durch die Landesheimaufsicht. Was zunächst nur eklig und ärgerlich klingt wird dann politisch brisant, wenn man bedenkt, dass das Ekel-Heim zum städtischen Eigenbetrieb gehört. Das Land deckt also bei einer städtischen Stelle so krasse Verstösse auf, dass nur noch Zumachen helfen soll. Die Diskussion über die Rechtsform ist gerade erst zwei, drei Wochen her. Schönes Argument war "damals", dass der rauhe Wind der Marktwirtschaft zu Qualitätseinbußen in der Pflege führen könnte. Beim Luisengarten ist eine weitere Verschlechterung nur schwer vorstellbar.

Dramatischer aber noch die Frage nach der (politischen) Verantwortung. Die städtischen Stellen beklagen unisono, sie seien von der Schließungsverfügung überrascht. Angesichts des hektischen Geflatters trifft dies wohl auch zu. Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) meint, ein kurzer Anruf bei ihm hätte doch genügt. Nun ja. Ämter schreiben gern. Seit spätestens Mitte November ist das Problem intern bekannt. Ein geordnetes städtisches Vorgehen gegen die Mängel ist nicht erkennbar. Ein eigenes Qualitätsmanagement scheint nicht installiert. Fehlende Anrufe sind da möglicherweise nicht wirklich der Kern des Problems. Die Aussage ist sogar ausgesprochen merkwürdig. Ob eine bei der Stadt schon vorliegende Information wichtig genug für eine Information des Oberbürgermeisters ist, sollen danach die Außenstehenden entscheiden. Wäre da nicht eine interne Regelung sinnvoll? (Sonst werden am Ende noch Einsprüche gegen Hundesteuerbescheide vorsorglich über den Tisch des OB abgewickelt - nicht dass es da noch zu Informatuionsverlusten kommt.)

Gegen die Theorie vom fiesen Land spricht vor allem, dass das Land bisher nicht durch überbordende Heimschließungsaktivitäten aufgefallen wäre, sich nun aber ein einzelnes Heim der Stadt vorknöpft.

Nach einem katstrophalen Bericht erst einmal abzuwarten, was das Land denn so für Konsequenzen zieht, ist darüber hinaus zumindest mutig. Eine Eigenschaft die im Pflegebereich eigentlich nicht zwingend erforderlich sein sollte.

Labels: , , , ,

Samstag, November 03, 2007

Die elfte Plage

Auf arte lief gerade ein sehr schöner Beitrag über die zehn biblischen Plagen. Etwas überrascht war ich, als auch die Lokführergewerkschaft GDL und ihr Vorsitzender Manfred Schell dort größere Erwähnung fanden. Gut - möglicherweise habe ich da auch mal versehentlich umgeschaltet - es würde aber thematisch schon irgendwie passen.

Angesichts des selbstgefälligen Auftretens Schells wird einem die Bahn, unter ihrem mit kärglichen Hungerlöhnen darbenden Vorstand, geradezu symphatisch. Die Bahn könnte derzeit der GDL die Weltherrschaft antragen, Manfred Schell würde ablehnen. Man sieht förmlich wie er im Licht der Scheinwerfer erblüht und sich vor der nahenden Pensionierung und dem zwangsläufigen Absturz zum Modelleisenbahner und nörgelndem Nachbar fürchtet.

1970 € Einstiegsgehalt für Lokführer ist ja auch tatsächlich fast schon ein Verstoss gegen die Menschenrechte! Gut, es ist mehr als das tarifliche Maximalgehalt der Fernfahrer, die müssen bei roten Ampeln ja aber auch noch selbst bremsen. Krankenpfleger, Verkäuferinnen bei Penny, - alle kriegen leuchtende Augen und hätten gerne dieses Einstiegsgehalt als Endgehalt oder zumindest den sauberen und unaufgeregten Arbeitsalltag unserer Helden des Schienenstrangs.

Nun hat das Landesarbeitsgericht Chemnitz entschieden, dass die GDL, im Zuge des Kampfes für die entrechteten proletarischen Klassen, gerne die Bundesrepublik in das vorindustrielle Zeitalter zurück führen kann. Dafür, dass die paar tausend Lokführer sich zukünftig ihren Tarifvertrag nicht mehr mit so Typen wie Zugbegleitern etc. teilen müssen, sollte man auch schon mal bereit sein, einige volkswirtschaftliche Opfer zu bringen. Abgesehen vom eigenen Warten auf den Zug, ist einem der Lokführerstreik vor allem so symphatisch, da eine winzige Berufsgruppe, die eher zufällig technisch bedingt in der Lage ist einiges lahm zu legen, genau dies ausnutzt, um gegenüber den anderen Kollegen eigene Privilegien durchzusetzen. Da könnten sich die Mitarbeiter der Wasserwerke nochmal eine Scheibe abschneiden.

Labels: , ,

Freitag, Oktober 12, 2007

Das philosophische Quartett

Oha, gaanz große Politik beherrschte heute die Landespresse in Sachsen-Anhalt. Regierungserklärung! Wolfgang Böhmer (CDU, Ministerpräsident) geht diesmal einen Schritt weiter. Er will nicht nur die Regierung erklären, sondern gleich die ganze Demokratie. Tatsächlich ist ein gewisser Informationsbedarf zu erkennen. Karl-Heinz Paqué (FDP) wirft der Landesregierung zum Beispiel Steuererhöhungen und Mindestlöhne vor. Beides waren dann vielleicht eher doch nicht die zentralen Aktivitäten der CDU/SPD-Landesregierung im letzten Jahr (auch wenn die tatsächlichen Tätigkeiten etwas im philosophischen Nebel bleiben.). Möglicherweise nimmt Herr Böhmer Herrn Paqué mal beiseite und erläutert nochmal das mit dem Föderalismus, dem Bund und der Tatsache das die Unabhängigkeitserklärung Sachsen-Anhalts vom letzten Freitag nur ein Gag gelangweilter Mitarbeiter der Staatskanzlei war.

Ansonsten bereitet man sich scheinbar gewissenhaft auf die regionale Umsetzung der Weltrevolution vor. Böhmer scheint ihr allerdings etwas skeptisch gegenüber zu stehen und sieht Sozialpolitik als sicheren Weg in die Diktatur. Wulf Gallert (Linke) hingegen spricht glühenden Blickes: "Demokratie und Sozialismus ist machbar." Gut, vielleicht nicht gleichzeitig - aber immerhin. Angesichts der durchwachsenen Erfahrungen mit dem letzten Sozialismus-Update würde man ja nun doch gerne hören, wie exakt der (demokratische) Sozialismus denn so laufen soll - in Sachsen-Anhalt. Es muss schon mal kritisch angemerkt werden, dass auch in den Bundesländern, in denen unsere beiden großen demokratisch sozialistischen Arbeiterparteien die Macht an sich reißen konnten, die Vergesellschaftung der Produktionsmittel doch nur sehr schleppend voran kommt. (Ohne die Vergesellschaftung ist es ja aber eigentlich weniger Sozialismus sondern mehr schnöde Sozialdemokratie. Bräuchte man eigentlich wirklich zwei sozialdemokratische Parteien?)

Katrin Budde (SPD) vertrat die Ansicht, dass Sozialpolitik nicht sofort ins Chaos führe. Andererseits wäre an der DDR auch nicht alles gut gewesen. Eine zwar etwas extreme aber doch irgendwie nachvollziehbare Position.

Wenn nun allerdings der geneigte interessierte Bürger sich aus den Veröffentlichungen bezüglich der Regierungserklärung Hinweise auf den weiteren Kurs der Landesregierung erhoffte: Fehlanzeige. (Der Name Regierungserklärung nährt da unbegründete Hoffnungen) Es bleiben zwei Ergebnisse haften:

1. Sozialpolitik wird von Teilen der Regierung als nicht ungefährlich eingeschätzt.
2. Die Einführung einer Diktatur scheint nicht unmittelbar bevorzustehen.

Vielleicht erklärt der Ministerpräsident demnächst neben der Demokratie bei sich bietender Gelegenheit auch einen gegebenenfalls bestehenden Regierungskurs.

Labels: , , , , , , , , , ,

Dienstag, Mai 22, 2007

Passangelegenheiten

Wenn man sich als Stadtverwaltung blamieren kann, sollte man diese Chance natürlich nicht ungenutzt verstreichen lassen. Die verblüfften Bürger können derzeit mit atemloser Spannung verfolgen, wie sich die verschiedenen Organe der Stadt bei der Frage des Magdeburg-Passes eifrigst beharken. Der Pass, der übrigens gar nicht zur Ausreise aus dem Stadtgebiet oder gar der Ostzone berechtigt, dient dazu, sozial weniger erhaben gestellte Bürger etwas billiger ins Schwimmbad zu bringen. Nun hat sich der Stadtrat trotz Haushaltssperre gönnerhaft gezeigt und im April beschlossen, das Dokument zur Vermeidung einer revolutionären Situation unter der hungergeplagten Bevölkerung trotzdem zu verteilen. Eine gewisse Sinnhaftigkeit ist dem Beschluss nicht abzusprechen.

Nun wetterte aber der Oberbürgermeister Lutz Trümper von seinem Thron und hetzte den bibbernden Stadträten seine weithin gefürchtesten Bediensteten auf den Hals. Das Rechtsamt: Anders als bei Schwerbeschädigten ist die Ermäßigung für sozial Schwache eine freiwillige Leistung und damit in Zeiten der Haushaltssperre tabu! .... ? .... Basta! Der Stadtratsbeschluss soll von der königlichen Verwaltung nicht umgesetzt werden. Sozialschwache Schwerbeschädigte sind natürlich etwas verunsichert. Dürfen etwa vermögende Schwerbeschädigte verbilligt rein, die sozialschwachen dieser Zunft aber nicht? Ähm.. Nein. Im Rahmen eines Gottesurteils per gewürfelter Habichtknochen konnte klar ermittelt werden, dass Ermäßigungen für Schwerbeschädigte keine Ermäßigungen sind, sondern ... nun ja ... irgendwie mit den 10 Geboten auf die Erde kamen. Daher natürlich auch keine freiwillige Leistung! Also trotz Spardiktat möglich. Iss ja klar. Anders, wenn man kein Geld hat. Dann will die Stadt von einem auch keinen verbilligten Eintritt. Lieber gar keinen - bleibt das Schwimmbad eben weniger genutzt. Die Abnutzung der Fliesen durch Sozialschwache geht ja auch mächtig ins Geld.

Um dem Ganzen etwas Würze zu geben, hat sich die Volksstimme zu einem lustigen Spässchen entschlossen. Sie teilte heute mit, es habe doch schließlich im Januar 2006 einen Beschluss des Rates gegeben, wonach Arbeitslosengeld II- Bescheide in Zeiten noch nicht genehmigten Haushaltes als Ersatzpass gelten sollen. Volksstimme: "Alg-II-Empfänger können sich an Eintrittskassen von Bädern und anderen städtischen Einrichtungen auf diesen Beschluss berufen und die Pass-Ermäßigung einfordern." Na wenns in der Zeitung steht wirds stimmen. Da brechen für die städtischen Kassenwärter harte Zeiten an!

Labels: , , , ,

Freitag, März 23, 2007

Trinkerwiese

Es kann ja nun wirklich mega nerven. Alkoholiker die den lieben langen Tag in irgendeiner Schmudelecke stehen und liebevoll ihrer Krankheit nachgehen. Ein Odem aus schalem Bier, ungewaschener Kleidung und menschlichen Ausscheidungen umschmeichelt die Nase der Anwohner. Die Magdeburger haben für diese Situation ein eigenes Wort gefunden, welches eines Tages noch den Sprung in den Duden schaffen wird - Trinkerwiese.

Eine solche befindet sich auch in der Nähe der Regierungsstraße in der Magdeburger Innenstadt. (Als Grund für die dortige Existenz gab ein Bürger an: weil da so wenig Leute vorbeikommen! - Er hat recht! Das in Sichtweite des Alleecenters! Arme Innenstadt!)

Gesucht wird also eine Lösung des Problems. Mit Abstand schönster Vorschlag: An den leeren Schaufenstern sollte zukünftig der Spruch stehen "Magdeburg putzt sich!" oder "Mein Magdeburg bleib sauber!" (mit der Jungfrau drauf). Das macht natürlich unbedingt Sinn. Die Nutzer der Trinkerwiese werden geläutert von dannen gehen, dem Alkohol entsagen und die Weisheit der Stadt preisen. Was äußert der Oberbürgermeister zu diesem Satz: "Das notiere ich mir, das kläre ich." Naja. Es gibt wohl auch Pläne den Hochwasserschutz der Stadt um das Schild: "Über die Ufer treten verboten! gez. Oberbürgermeister" zu ergänzen.

Der Oberbürgermeister will jedoch vorsichtshalber auch einen Bürgerarbeiter zur Beobachtung der Trinkerwiese abstellen. Der soll immer melden, wenn da einer illegal Pippi macht. Klingt nach hohen Telefonkosten.

Jemand von der Wobau schlug vor, doch die Bänke einfach weiter weg von den Gebäuden aufzustellen. Naja - so ist das ja nun aber auch zu einfach. Man sollte besser mehr aufklärende Broschüren über die gefahren des Alkohols und illegalen Urinierens drucken. Macht doch vielmehr Eindruck!

Labels: , , , ,

Montag, Februar 26, 2007

In den Mixa geraten

SPD-Vorsitzender Kurt Beck ist seinem persönlichen Betreuer doch wieder einen Moment ausgebüxt. Zack! - vergleicht er auch schon einen katholischen Bischof mit einem kastrierten Kater. Eigentlich wäre ja nun ein gepflegter Aufschrei von Nöten. Es ist allerdings eher beifälliges Gemurmel zu hören.

Ziel des fragwürdigen Vergleichs war denn auch Walter "die Frau als Gebärmaschine" Mixa. Mixa hatte gegen staatliche Kinderbetreuungsangebote gewettert. Die Frauen würden dadurch zur Gebärmaschinen herabgewürdigt. Das greife doch aber deutlich zu kurz. Auch Putzen und Kochen müsse drin sein. Frauen gehören an den Herd! (Das ist aus Sicht der katholischen Kirche durchaus ein Fortschritt - früher gehörte aufmüpfiges Weibsvolk etc. ja auch gern mal in den Herd.)

Kinder und Beruf - na soweit kommt es noch. Die sollen mal schön zu Hause bleiben und vor sich hin gebären und sich nicht zu Gebärmaschinen ... ähm... naja.

Labels: , , , ,

Sonntag, Februar 11, 2007

Wenn Wirtschaftsminister die Langeweile plagt!

Ach so ein Wirtschaftsminister hat es nicht einfach. Eigentlich kann er machen was er will, die Wirtschaft kann er (systembedingt) nur marginal beeinflussen. Da sitzt er da so und baumelt mit den Beinen (und träumt von einer schicken Planwirtschaft - was man da alles entscheiden könnte!). Bei so viel Langeweile bricht natürlich hin und wieder etwas Aktionismus aus ihm heraus. In Sachsen-Anhalt besteht sogar eine gewisse Tradition, dass der Wirtschaftsminister nun sagen wir mal ... unorthodox ja sogar eher skurill agiert. Auch der derzeitige, Reiner Haseloff (CDU) , sieht sich dieser Tradition verpflichtet.

Was mag ein Wirtschaftsminister zum Beispiel mit der Miete von Hartz IV-Empfängern zu schaffen haben? Also dienstlich eigentlich nichts. Im Gegensatz zu zuständigen Ressortkollegen und Gebietskörperschaften macht Reiner Haseloff aus seinem Herzen aber keine Mördergrube, sondern gibt so seine Ansichten zur Sozialpolitik wieder.

Bei zu großen Wohnungen von Hartz IV-Empfänger hält der Menschenfreund Haseloff zum Beispiel eine Absperrung überflüssiger Räume für eine ausgezeichnete Idee. Den gebeutelten Betroffenen werde so schließlich ein Umzug erspart. Wenn Küche oder/und Bad abgesperrt würden, könnte man auch noch die Verbrauchskosten entscheidend minimieren. (Also sagt er jetzt nicht, ist aber sicherlich in seinem Sinne.)

An diesem Beispiel sieht man einmal sehr schön was für eine Pest doch Bürokratie sein kann.

Ursprünglich ging es dem Sozialstaat (verständlicherweise) um eine Begrenzung der Kosten. Die Größe der Wohnung ist nebensächlich, die Höhe der Kosten ist der interessante Punkt. Da man nun schlecht einen bestimmten Eurowert als Zuschuss benennen kann, sondern es um menschenwürdiges Wohnen geht, folgte die Festsetzung eine qm-Zahl (45) je Person. Wenn nun ein Muttchen 47 qm zur Verfügung hat, ist dies zwar etwas zu viel, interessanter wäre aber der tatsächliche Preis. Der Vermieter, froh die Hütte überhaupt zu vermieten, bietet Rabatt und nimmt nur die Miete, wie sie auch für 45 qm anfallen würde. Da treten die Bürokraten auf den Plan. Kosten? Egal. Ihr stehen nur 45 qm zu! Da kommt lieber Haseloff persönlich und nagelt die Badezimmertür zu, als dass das fiese Muttchen ihre 2 qm nutzt. Wo kommen wir denn hin, wenn hier jeder so friedlich vor sich hin wohnt!

Labels: , , ,

Freitag, Januar 12, 2007

Notärzte im Luftkampf

Versicherungen, Staubsauger und Luftrettung - diese drei Branchen sind nun wirklich nichts für Weicheier. Da wird mit harten Bandagen gekämpft.

Während die Magdeburger Uniklinik und das Städtische Klinikum sich in unterhaltsamer Weise um die Luftrettung duellieren, wurde nun die Presse von geheimnisvoller Seite über mögliche Unregelmäßigkeiten beim letzten Ausflug des Uni-Arztes nach Hamburg in Kenntnis gesetzt. Der Ausflug nach Hamburg sei inhaltlich Quatsch. Während sich der Uniarzt und sein Salzwedeler Patient samt Hubschrauber in Hamburg vergnügten (wir berichteten), forderte das völlig humorlose Polizeirevier Ohrekreis den Hubschrauber dann für einen, letztlich tödlichen, Unfall auf der B 189 an. Nun haben wir aber doch nur einen Hubschrauber! (Sachsen-Anhalt ist zwar fast Atommacht - unsere Luftflotte läßt aber doch zu wünschen übrig.) Zwar stand noch der übriggebliebene Notarzt herum. Man hätte ihn aber mit einem Drachen aufsteigen lassen müssen - er soll sich heftig gewährt haben.

Liebes Verwaltungsgericht. Bitte entscheide die Sache zwischen den verfeindeten Krankenhäusern schnell. Sonst werden uns noch die Details sämtlicher Kunstfehler (der jeweils anderen Seite) mitgeteilt. Da hat man doch gar keine Freude am Flug oder Aufenthalt mehr.

Labels: , ,

Sonntag, Januar 07, 2007

Heuschrecken auf Dreikönigstreffen

Ein Nachteil des Dreikönigstages ist ja bekanntlich das Stattfinden sogenannter Dreikönigstreffen. Die FDP hat es dort zu ungeahnter Meisterschaft gebracht. Ähnlich wie Aschermittwoch müssen jeweils ganz zünftige Reden gehalten werden. Das Zwecks Beklatschung herangekarrte Parteivolk ist noch etwas müde vom Feiermarathon der letzten zwei Wochen. Diesmal betonte die FDP fast schon ihre feminine Seite - die soziale Kompetenz sollte herausgestellt werden. Eine klassische Kernkompetenz der FDP - ist ja klar. FDP und Soziales, das war bisher wie Heino und Punkrock, Nordkorea und Demokratie, Deutschland und Service, Telekom und Kompetenz, Microsoft und Datensicherheit oder einfach Halle (Saale) und Magdeburg. Da wird jetzt wohl einiges in Bewegung kommen. Ex-Kanzlerkandidat Guido Westerwelle geißelte zumindest, in gewohnt angestrengter und künstlicher Pose, etwas ungewohnt die Vorstandsetagen der deutschen Wirtschaft. Es wehte ein wenig Heuschrecken-Rede und Müntefering durch den Saal.

Meine Güte. Die FDP ist wirklich immer für eine Überraschung gut. Was die Partei in den letzten Jahren sich in kürzester Zeit für Etiketten angeklebt hat! Haben da die eigenen Leute noch annähernd einen Überblick? Partei der Besserverdienden, Steuersenkungspartei, Spasspartei, "Sind die Juden am Antisemitismus nicht selber Schuld?"-Partei,18%-Partei, einzig wahre Reformpartei und nun auch noch soziales Gewissen? Wo soll das noch enden? Könnten mit einigen Stalin-Zitaten nicht der DKP noch ein paar Stimmen abgejagt werden? Also Möllemann hätte es sicher mal versucht.

Labels: , , ,

Mittwoch, Januar 03, 2007

Wenn der Notarzt zweimal klingelt

Wenn sie einen Hubschrauber fliegen sehen, an dem unten noch einer dran hängt - kein Grund zur Beunruhigung - das ist nur die Magdeburger Luftrettung. Die nehmen ihre Aufgabe ernst. Unten dran hängt der Langsamere von zwei Notärzten. Das kommt so: Uniklinikum, Städtisches Klinikum und das Ministerium für Gesundheit und Soziales unseres geschätzten Landes sind sich nicht ganz einig, wer nun eigentlich die Luftrettung machen darf. Nicht gekündigte Alt-Verträge und neue Gesetze haben sich unheilvoll verheddert. (Vielleicht läuft zwischen den Juristen der beteiligten Häuser eine kleine Wette.) Zumindest trottet nun jeden Morgen von jedem der sich feindlich gesonnenen Krankenhäuser ein Arzt zum Dienst. Über Handgreiflichkeiten zwischen den beiden Ärzten beim Erklimmen des einzigen Hubschraubers ist nichts bekannt. Der Arzt vom Uniklinikum war aber scheinbar flinker, zumindest durfte er jetzt mal mitfliegen (innerhalb des Hubschraubers).

(Bei dieser Gelegenheit sei auf einen maßgeblichen Unterschied zwischen Kapitalismus und dem in der Vergangenheit hier einmal bevorzugten Sozialismus hingewiesen. In seeligen DDR-Zeiten wäre bei einem solchen Kompetenzgerangel niemand erschienen (und wenn dann nur um die Kiste in Helmstedt zu landen) heute erscheinen zwei. Aber ich schweife ab.)

Das Ergebnis der niedlichen Auseinandersetzung ist abzuwarten. Wir sollten jetzt alle die Daumen drücken, dass nicht am Ende als Kompromiss dann das Ministerium die Luftrettung durchführt. Es ist kein schönes Gefühl, am Unfallort in die treuen aber hilflosen Augen eines Staatssekretärs zu sehen, der statt eine Infusion anzulegen, einen fragt, ob man auch so schreckliche Flugangst habe.

Labels: , ,

Samstag, Dezember 16, 2006

Typberatung

Also Kurt Beck ist ja immer für einen Fettnapf gut. Als Vorsitzender der SPD dem Arbeitslosen Henrico Frank zu empfehlen, sich zu waschen und zu rasieren, ist sogar schon eher ein beherzter Sprung in ein Fettfass. Gut, es könnte sogar sein, dass im speziellen Fall die sozialdemokratische Typberatung durchaus Sinn macht. Witziger Weise besitzt Henrico Frank hinreichend Humor und hat schnurstracks einen Frisör aufgesucht.

Da man von einem SPD-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten jedoch eher weniger die persönliche Beratung von Punkern, sondern wegweisende Äußerungen zur Zukunft des Sozialstaates erwartet, äußert die politische Konkurenz Zweifel, ob allein mit Waschen und Schneiden die Arbeitslosigkeit in Deutschland endgültig gelöst werden könnte. Es wurden doch schon wiederholt arbeitslose Mitbürger gesehen, die den üblichen Hygieneanforderungen genügten.

Da Kurt Beck nun in die Einzelberatung geht, hier der Tipp für alle gewaschenen und rasierten (auf letzteres würde Kurt bei Frauen möglicherweise verzichten) Arbeitssuchenden.
Einfach unter http://www.kurt-beck.de/menu/1673010/index.html an den großen Vorsitzenden und Arbeitsplatzbeschaffer eine Bewerbung schicken! Das müsste doch eigentlich helfen.

Labels: , , ,

Sonntag, Dezember 03, 2006

Problembären

Franz Müntefering und Kurt Beck, die beiden Problembären der deutschen Sozialdemokratie, haben heute eine super Idee verkündet. Also eigentlich könne man doch mal die Löhne erhöhen! Schöner Vorschlag. Allerdings sind Franz und Kurt für Lohnerhöhungen in etwa so zuständig wie für... na sagen wir: die Erdrotation. Wenn es aber darum geht, beim tumben Wähler einmal verbal zu punkten, dann kann man schon mal über Tarifautonomie und ähnliche Kinkerlitzschen hinwegschauen. Klar, die bis letzte Woche noch beschworenen Probleme des Standortes Deutschland sind durch den milden November und Dezember umgehend bedeutungslos geworden - Lohnerhöhung ist jetzt praktisch Pflicht. Vielleicht sind in Tschechien die Löhne geringer - bei uns ist aber das Wetter schöner! Binnenkonjunktur ankurbeln! heißt das Schlagwort der Woche. Das die Mehrwertsteuererhöhung (um immerhin 18,3 % - die 3 ProzentPUNKTE verniedlichen den Effekt ein wenig) etwas am Einkommen der geschätzten Wähler und auch am Gewinn der Unternehmen nagt? Na wer wird denn bei dem schönen Wetter über so dunkle Dinge nachdenken.

Labels: , , , ,

Dienstag, November 28, 2006

Babyklappe nutzen

Schon wieder wurde ein totes Baby in einer Tiefkühltruhe entdeckt. Diesmal in Gräfenhainichen. Was ist denn man los? Jede(r) Zweite scheint verstorbene Nachkommen in der Gefrierkombination zu lagern. Wird das jetzt zum Brauchtum hier? Brennende Pfarrer und gefrorene Babys? Bitte damit mal aufhören! (Falls das hier von mordlüsternden Erziehungsberechtigten gelesen wird: In Magdeburg gibt es eine Babyklappe (Marienstift)! Bitte nutzen. ).

Labels: , ,

Sonntag, Oktober 01, 2006

Klauen für den Frieden!

"Jeder Sack Kartoffeln ein Schlag in die Fresse der Bonner Ultras" hieß es früher. Die Bonner Ultras nahmen die Erzeugung von Kartoffeln in der DDR trotzdem erstaunlich gelassen hin. Nun hat in Aschersleben eine Gruppe beherzter Hartz IV-Gegner zugeschlagen. Da ihnen sonst von den fiesen Kapitalisten das Sattessen verwehrt wird, haben sie unter dem Motto "Endlich einmal Sattessen" zugeschlagen und bei Anwesenheit der Weltpresse (RTL und Volksstimme) bei Edeka Bananen (!) geklaut. Ob die Konzeption, weite Teile der Bevölkerung irgendwie bei Hartz IV zu parken, sinnvoll ist, dürfte wohl wirklich zweifelhaft sein. Wenn man aber den wohlbeleibten Herren beim Verfüllen ihrer Hungerödeme zusieht, wird einem das Konzept auf eine merkwürdige Art symphatisch. Hmmm!
Da ich gerade unten die Volksstimme milde geißelte, will ich nun hier auch ihre Sternstunde nicht verhehlen. Da berichtet sie doch tatsächlich, wie der RTL-Kollege die wackeren 6 Hartz IV-Protestler (+ Kind) aufforderte zu rufen: "Wir haben Hunger!", was wohl aber selbst ihnen zu peinlich war. Danke für diesen Blick hinter die Kulissen der "News-Kompetenz" dieses Kanals.

Labels: , , ,

Google
 
Web hildegunst.blogspot.com