Donnerstag, November 06, 2008

Amerika überrascht

Also diese Amerikaner - kein Sinn für Traditionen! Früher - in der guten alten Zeit - da gab es noch kernige Entscheidungen. Wenn man da als US-Amerikaner zwischen einem Friedensnobelpreisträger in spe und einem gemeingefährlichen Trunkenbold wählen musste - war die Sache klar. Eine Präsident muss schon mal einen zünftigen Cowboy-Hut tragen können. Mal ehrlich - Friedensnobelpreisträger sehen mit Cowboyhüten irgendwie albern aus! (Der tatsächlich erwählte Geistesriese überlebte eine Brezel nur knapp und führte weite Teile der Welt zurück ins kuschlige Mittelalter.)

Nun wurde mit dieser schönen Tradition gebrochen! Ein schwarzer marxistischer Moslemextremist Barack Hussein Osama (oder so) konnte durch irgendwelche abgefeimte Tricks die Macht an sich reißen - (wenn man mal spasseshalber den konservativen Wahlkampf inhaltlich zusammenfasst.)

Hut ab. Dass die Amis sich dazu durchringen können, jemanden zu wählen der Hussein heißt, Sonnenstudios aus irgendwelchen Gründen meidet und irgendwie zu überdachten Antworten neigt - nicht auszudenken, wenn man das schonmal im Jahr 2000 gemacht hätte!

Lustigerweise überlegen die deutschen Kommentatoren, ob man sich da in Deutschland nicht eine Scheibe abschneiden sollte. Liebe Kommentatoren! Die Amis haben sich mit ihrem Brezelvertilger so tief in die Exkremente geritten, dass die schlichte Vertretung europäischer Ansätze (internationale Zusammenarbeit, Sozialversicherung, Umweltschutz, Finanzmärkte mit einem Minimum an Regeln) einen dort schon zum Messias macht. Liebe Amis! Von Europa lernen heißt siegen lernen! (ok - das mit den Butterbergen etc. lasst lieber sein)

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Montag, September 17, 2007

Klassenfahrt

Volksstimme Lokalanzeiger, 1. Seite. Es ist ein Bild des Grauens. Fünf vom Jetlag arg zerknautschte Gestalten in blauen T-Shirts werden an einem Band durch die New Yorker Innenstadt geführt. Was ein wenig nach betreutem Wohnen aussieht, ist allerdings in Wirklichkeit das Kommando Spezialkräfte des Magdeburger Stadtrates. Fünf Stadträte im Herzen der Großmacht.

Während Gerd Zimmer (Linke) den US-Imperialisten sicherlich verdeckt einen fies vor die Omme gesemmelt hat, ist man sich bei Klaus Kutschmann (Bund für Magdeburg) nicht ganz sicher, ob er über den Sinn seiner Anwesenheit in Kenntnis gesetzt wurde. Seinem Blick ist klar die Frage zu entnehmen: "Meine Güte, wo ist nur der Hasselbachplatz?" Wirklich Angst macht einem jedoch Olaf Czogalla (SPD). Mal ehrlich, er ist doch George W. Bush wie aus dem Gesicht geschnitten!

Aufgabe der Gruppe auf der diesjährigen New Yorker Steubenparade war übrigens die Beantwortung der Frage, wieso eigentlich Steuben seine Heimatstadt verliess und sich lieber in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg stürzte. Durchaus denkbar, dass man der Beantwortung der Frage ein Stück näher gekommen ist.

Auch sonst war Magdeburg scheinbar führungslos im alten Europa zurück geblieben. Der Oberbürgermeister (durfte merkwürdigerweise nicht mit aufs Foto!), der Kulturbeigeordnete, der Wirtschaftsbeigeordnete, der Sprecher der SWM usw. Alle weg. Bei der Volksstimme übernahm der Chef der Lokalredaktion die brisante Aufgabe der kommunalen Berichterstattung aus New York auch lieber selbst.

Der genialste Auftritt war dann aber dem Kulturbeigeordnetem Rüdiger Koch vorbehalten. Er stand eine Minute neben dem live berichtenden Wetteransager von CBS. Einfach so. Schweigend. In einem etwas zu engen weinrotem T-Shirt. Volksstimme: "Für die Stadt ein großartiger Werbeerfolg." Nunja. Kochs Qualitäten liegen vielleicht doch weniger im optischen Bereich. Die Magdeburger Jungfrau hätte hier als Symbol möglicherweise doch NOCH werbewirksamer gewirkt. Ein geschickter Nipplegate-Skandal live auf CBS - das wäre es gewesen. Naja vielleicht beim nächsten mal.

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Dienstag, Juni 05, 2007

Ein Käfig voller Narren

Es ist ja derzeit das Thema schlechthin. G8. Das Armagedon an der Küste. Eigentlich ist es mehr so eine Art Aktionskunst als ein ernsthaftes politisches Treffen. Miteinander reden könnte man ja auch mal in der Cafeteria der UN-Vollversammlung. Vermutlich verfügen auch alle Regierungen über Telefon und Fax, einige sogar schon über email.

Für den anonymen Aktionskünstler ist eine möglichst absurde Besetzung der Rollen unabdingbar. Auf der dunklen Seite der Macht waren die Schurken zu besetzen. Besonders gelungen: George W. Bush. Innerhalb kürzerer Zeiträume ist es ihm schon gelungen, ganze Länder ins Chaos zu treiben. Die Zahl der durch seine, nur im nötigsten durchdachten, Politik zu Tode gekommen, läßt so manchen Potentaten vor Neid erblassen. Vermutlich vor diesem Hintergrund entschlossen sich die Sicherheitsbehörden, um Ausbruchversuchen vorzubeugen, die Angelegenheit einzugittern. Nicht dass auch noch weite Teile Mecklenburg-Vorpommerns verheert werden. Auch Wladimir Putin ist eine wirkliche Starbesetzung. Seine demokratische Einstellung ist inzwischen so lupenrein, dass sich zum Beispiel eine kritische Presse erübrigt. Ein Ansatz der auch bei anderen der achter Runde auf Interesse stoßen soll.

Nun lebt ja eine solche Aufführung davon, dass auch die andere Seite ähnliche Knaller aufbieten kann. Da ist auch einiges am Start. Fiese Clowns und schwarz gekleidete Herrschaften die zum Zwecke der Erreichung einer friedlichen Welt anderen mal ordentlich auf die Omme kloppen. Sehr schön neulich ein junger "Sprecher" der hellen Seite der Macht. Er hatte seine fünf Minuten Ruhm und genoss sie sichtlich. Für einen kurzen Moment konnte er sein Leben, vermutlich eine Aneinanderreihung von Bestrebungen zur Erlangung sexueller Kontakte, entscheident aufpeppen. Er dozierte, die Mao-Bibel nur mühsam verbergend, dass das Wohl der Welt nur über einen "neuen Sozialismus" erreichbar sei. Die Presse hing an seinen wirren Lippen.

Ach ich bin soo müüde. In jeder Generation dieselben Schwätzer, dieselben Sprüche. Nach 80 Jahren Anlauf zum wahren Sozialismus sollte man doch annehmen, dass sich die Fragwürdigkeit des Konzepts von selbst aufdrängt. Aber scheinbar nicht allen.

Na wollen wir mal nicht so grollen. Eine politisch zusammenwachsende Welt braucht eben ihre gemeinschaftsstiftenden Ereignisse - auf beiden Seiten des Zauns.

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